탐색내 라이브러리
과학
GEOkompakt

GEOkompakt 54/2018

"GEO KOMPAKT stellt ein großes Thema der Allgemeinbildung umfassend und verständlich dar - begleitet von exzellenten Fotos und aufwändigen Illustrationen. GEO KOMPAKT bereitet etabliertes Wissen und neueste wissenschaftliche Erkenntnisse so auf, dass der Spaß beim Lesen nicht verloren geht. Statt trockener Fakten werden erstaunliche Zusammenhänge geschildert und ungewöhnliche Geschichten erzählt. Erfahrene Journalisten und die Mehrfachprüfung aller Fakten garantieren die Verständlichkeit und hohe Verlässlichkeit der Inhalte."

국가:
Germany
언어:
German
출판사:
DPV Deutscher Pressevertrieb
빈도:
Quarterly
더 읽기
구독
₩33,385
4 발행호

이번 호 내용

2
liebe leserin, lieber leser

Eine der revolutionärsten Erkenntnisse lautet: Wir können unser Erbgut selbst beeinflussen So viel wie in der Genforschung hat sich in den vergangenen Jahren in kaum einer anderen Wissenschaftsdisziplin getan. Forschern ist es durch gentechnische Verfahren etwa gelungen, neuartige Impfstoffe herzustellen, die weit verträglicher sind als zuvor, oder Pflanzenzellen so zu manipulieren, dass sie Wirkstoffe zur Therapie einer seltenen Erbkrankheit produzieren. Neue Weizen-, Reis- und Maissorten sollen nach Auskunft ihrer Erschaffer widerstandsfähiger sein gegen Schädlinge oder ungünstige Wetterbedingungen – und so helfen, den Hunger in der Welt zu bekämpfen. Ein weiteres Projekt dient dem Versuch, per DNS-Veränderung jene Mücken auszurotten, die Malaria übertragen. Umgekehrt arbeiten Biologen daran, ausgestorbene Tierarten wie Wollhaarmammuts oder Beutelwölfe wiederzubeleben. Und einer der nächsten Nobelpreise ist vermutlich jenen beiden Wissenschaftlerinnen aus Frankreich und den USA sicher, denen es gelungen ist, einen…

22
auf der spur der gene

Stefan Mundlos, Jg. 1958, Mediziner, Deutschland Die heilsame Diagnose Mit innovativer Forschung gelingt es dem Arzt Stefan Mundlos, die genetischen Ursachen für bestimmte körperliche Leiden aufzudecken. Und so Betroffene von einer quälenden Ungewissheit zu befreien Ich bin sowohl Wissenschaftler als auch Arzt. Es war mir immer wichtig, meine Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung selbst an die Patienten weiterzugeben. Bereits nach meinem Studium arbeitete ich auf einer Säuglingsstation, die Neugeborene mit angeborenen Wachstumsstörungen des Skeletts betreute. Dort begann ich, mich mit den genetischen Ursachen von Fehlbildungen zu beschäftigen. Wie sehr Menschen nicht nur körperlich, sondern auch psychisch unter Fehlbildungen leiden können, wurde mir während meiner Zeit an der Harvard University bewusst. Ich hörte von einem „Fluch“, unter dem eine Familie in Pennsylvania litt: Die Hälfte ihrer Kinder kam mit zusammengewachsenem Ring- und Mittelfinger auf die Welt.…

9
was ist die dns – und wie funktioniert sie?

Unter dem nüchternen Titel „Die Molekularstruktur der Nukleinsäuren“ setzten der britische Physiker Francis Crick und der US-Biologe James Watson 1953 im Fachmagazin „Nature“ einen Meilenstein in der Geschichte der Naturwissenschaften: Sie präsentierten den Aufbau des Erbmoleküls DNS. Schon im 19. Jahrhundert hatten Forscher entdeckt, dass der Kern jeder Zelle eines Lebewesens das Molekül Desoxyribonukleinsäure (DNS) enthält. Doch erst 1944 erkannten Biologen darin den Träger genetischer Information: eine Art Bauplan des Individuums. Die genaue Form der DNS aber war unbekannt. Aus Röntgenaufnahmen von DNS-Kristallen gewannen Crick und Watson schließlich Hinweise darauf. Und sie entwarfen mithilfe von Draht und Pappe Modelle, die die Struktur des Moleküls erklären sollten. Die DNS besteht, so erkannten die zwei, aus einer Doppelhelix: zwei langen Strängen aus Zucker- und Phosphatmolekülen, verschlungen wie eine spiralförmig verdrehte Leiter. Jede Sprosse dieser Leiter…

8
das milliarden-dollar- projekt

Die Chromosomen des Menschen Um das menschliche Erbgut zu entschlüsseln, mussten die Forscher nach und nach sämtliche unserer 23 Chromosomen-Paare analysieren (hier eine elektronenmikroskopische Aufnahme). Auf diese Riesenmoleküle sind all unsere Gene verteilt, gewissermaßen die chemischen Anleitungen für den Bau und die Funktion unseres Organismus. So befindet sich beispielsweise auf Chromosom 9 ein Gen, das unter anderem Entzündungsreaktionen im Körper steuert. Chromosom 13 wiederum enthält ein Gen, das für die Blutgerinnung wichtig ist. Und Chromosom 19 birgt Erbanlagen für die embryonale Entwicklung. Das Chromosomen-Paar Nummer 23 – verantwortlich für einen Teil der Geschlechtsunterschiede – ist bei Männern anders als bei Frauen: Es besteht aus einem sogenannten X-Chromosom und einem kleineren Y-Chromosom, das von Frauen aus zwei X-Chromosomen Es ist die reine Neugier, die die Genforscher umtreibt. Sie möchten das Geheimnis des Menschen…

11
das geheimnis der vielfalt

Eine Genvariation ermöglichte, dass im Gehirn unserer Vorfahren mehr Nervenzellen entstehen konnten als je zuvor Wäre das menschliche Erbgut ein Text, so bestünde er aus mehr als drei Milliarden Buchstaben. Doch während ein Tippfehler in einem Roman nicht weiter auffällt, kann die Veränderung eines einzelnen genetischen Bausteins ein Lebewesen grundlegend verändern. So trug ein solcher winziger Fehler dazu bei, dass Menschen zu den intelligentesten Geschöpfen auf der Erde wurden: Denn dass unser Gehirn dreimal so groß ist wie das unseres nächsten Verwandten, des Schimpansen, verdanken wir nicht zuletzt einem Gen namens ARHGAP11B. Forscher haben herausgefunden, dass es in diesem Erbgutabschnitt bei einem unserer Vorfahren vor 1,5 bis zwei Millionen Jahren zufällig zu einer geringfügigen Veränderung im genetischen Code gekommen sein muss. Diese Abweichung ist dann an die nächste, die übernächste und alle darauffolgenden…

7
wunderwerke des lebens

BAUSTEINE DER KÖRPER Zellen sind die Grundeinheiten, aus denen alle Organismen aufgebaut sind. Aus nur einer einzigen Zelle bestehen Bakterien und, wie der Name schon sagt, Einzeller. Höhere und komplexere Formen des Lebens sind gleichsam Zusammenschlüsse vieler Zellen. Zu diesen Vielzellern zählen so unterschiedliche Lebewesen wie der Efeu und der Mammutbaum, der Elefant, die Stubenfliege und der Mensch. Bei manchen dieser Organismen arbeiten Billionen Zellen im Verbund und erfüllen unterschiedliche Aufgaben: Manche stabilisieren die äußere Körperhülle, andere übernehmen die Verarbeitung von Nahrung, den Transport von Sauerstoff oder organisieren die Fortpflanzung. Doch ganz gleich, auf welche Aufgabe eine Zelle programmiert ist: Immer ähnelt sie einer winzigen Fabrik mit eigenen Stoffkreisläufen und meist mit der Fähigkeit, sich zu teilen und dabei Erbinformationen weiterzugeben. Die wertvollen Erbmoleküle umhüllt die Zelle mit schützenden Membranen und grenzt sie so…