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GEOkompaktGEOkompakt

GEOkompakt 57/2018

"GEO KOMPAKT stellt ein großes Thema der Allgemeinbildung umfassend und verständlich dar - begleitet von exzellenten Fotos und aufwändigen Illustrationen. GEO KOMPAKT bereitet etabliertes Wissen und neueste wissenschaftliche Erkenntnisse so auf, dass der Spaß beim Lesen nicht verloren geht. Statt trockener Fakten werden erstaunliche Zusammenhänge geschildert und ungewöhnliche Geschichten erzählt. Erfahrene Journalisten und die Mehrfachprüfung aller Fakten garantieren die Verständlichkeit und hohe Verlässlichkeit der Inhalte."

국가:
Germany
언어:
German
출판사:
DPV Deutscher Pressevertrieb
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₩30,741
4 발행호

이번 호 내용

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liebe leserin, lieber leser

Sich selbst als eigenständiges Wesen wahrzunehmen, als bewusstes Ich – das zählt zweifellos zu den faszinierendsten Fähigkeiten unseres Gehirns. Unser Bewusstsein ist ein fundamentaler Teil unserer Existenz und zugleich das wohl rätselhafteste Phänomen des Universums. Wieso sind wir überhaupt in der Lage, den eigenen Gedanken und Gefühlen zu folgen? Was ist es, das da hört und sieht und riecht und schmeckt, die Welt nicht bloß nüchtern wahrnimmt, sondern stets auch etwas dabei empfindet – und dadurch seine eigene, subjektive Welt erschafft? Wer wir sind, ergibt sich aus den komplizierten Mustern der neuronalen Aktivität in unserem Kopf. Wenn sich diese Aktivität verändert, dann verändert sich auch unser Wesen. Somit ist das Gehirn ganz anders als jeder andere Körperteil: Denn sobald auch nur ein winziges Stück davon geschädigt wird, kann es sein, dass wir nicht…

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die macher

Textredaktion Sebastian Witte Seit 2011 gehört der Wissenschaftsjournalist zum Team von GEOkompakt; er recherchiert, beauftragt Autoren, redigiert deren Texte und schreibt auch selbst: Für diese Ausgabe – die er auch konzipiert hat – widmete er sich der Erforschung des Bewusstseins. Dabei verblüffte ihn vor allem jene, zunächst skurril anmutende, Theorie, nach der womöglich jedes noch so kleine Materieteilchen auch ein wenig Geist in sich trägt (Seite 38). Porträtfotografie Paula Markert Mit ihrer Fotografie möchte die Hamburgerin den Menschen möglichst nahe kommen. Ihr gelingt es rasch, anderen die Scheu zu nehmen, eine Beziehung und eine Situation aufzubauen, in der sich der Fotografierte wohlfühlt. Für diese Ausgabe hat sie zwei Interviewpartner in Szene gesetzt: die Psychotherapeutin Dr. Sandra Konrad (Seite 62) und die Gesundheitspsychologin Prof. Dr. Sonia Lippke, die zum Thema Einsamkeit forscht (Seite 116). Kunstfotografie Ellen Kooi Auf die…

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der blick in die seele

Julia Shaw, Jg. 1987, Rechtspsychologin Wenn das Gedächtnis kreativ wird Unser Selbstbild speist sich zu großen Teilen aus unseren Erinnerungen. Doch die sind nicht immer verlässlich. Die Deutsch-Kanadierin Julia Shaw hat herausgefunden, wie erstaunlich leicht sie sich manipulieren lassen »Unsere Erinnerungen sind nicht akkurat, sondern formbar, fragil und manchmal schlicht eingebildet« Das Bild, das wir von uns selbst haben, beruht zu einem großen Teil auf den Erfahrungen, die wir gesammelt haben – genauer gesagt: auf dem, was wir von unseren Erfahrungen in unserem autobiografischen Gedächtnis abgespeichert haben. Allerdings arbeitet es oft alles andere als akkurat. Meistens merken wir es nicht – aber unsere Erinnerungen sind formbar, schleichenden Veränderungen unterworfen und manchmal sogar schlicht eingebildet. Sie sind wie Erzählungen, die wir täglich neu zusammensetzen: mit wechselnden Inhalten, je nachdem, was uns aktuell gerade wichtig erscheint. Ich…

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die bausteine der gedanken

1. GROSSHIRNRINDE Das Großhirn, der evolutionär jüngste Teil unseres Gehirns, ist von einer stark gefurchten, etwa drei Millimeter dicken Rinde umgeben: dem Kortex. Er beherbergt rund 20 Prozent aller Nervenzellen – womöglich bis zu 15 Milliarden – und steuert die meisten kognitiven Prozesse. Die Großhirnrinde ruft unser Bewusstsein hervor, lässt uns logisch denken, Zusammenhänge erkennen und über uns selbst reflektieren. Die Hirnwindungen der Menschen ähneln einander zwar, doch kein Gehirn gleicht dem anderen exakt, jedes verfügt über individuelle Abweichungen. Allerdings lässt sich von der Anatomie nicht auf die Geistesstärke einer Person schließen. 2. KLEINHIRN Diese rund 140 Gramm schwere Ausstülpung im Hinterkopf steuert vor allem unsere Bewegungen und sorgt dafür, dass wir unser Gleichgewicht finden und die Körperhaltung wahren. Studien ergaben zudem, dass das Kleinhirn eine Rolle beim Erlernen motorischer Fertigkeiten spielt und…

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was will ich wirklich?

GEOkompakt: Herr Professor Bordt, der Markt für Ratgeber, Coachings und Lebenshilfe boomt. Weshalb verlangt es so viele Menschen danach, über sich und ihr Leben nachzudenken? Prof. Michael Bordt: In der modernen Welt nimmt das Bedürfnis nach Orientierung immer weiter zu. Zum einen bei eher kleinen Fragen, etwa: Was kann ich noch essen? Welches Urlaubsziel soll ich wählen? Aber auch, wenn sich große Fragen stellen: Ist das Leben, das ich führe, das richtige für mich? Noch in den 1950er Jahren waren die Rollenbilder relativ starr, Tradition und Konvention machten Vorgaben, etwa wie man als Vater oder Mutter zu agieren hat, wie man seine Kinder erzieht. Heute haben viele das Gefühl: Selbst in einer klassischen Ehe ist es völlig offen, was Mannsein oder Frausein bedeuten kann. Selbstfindung ist komplizierter geworden. Hat die heutige Optionenvielfalt nicht…

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wie das ich entsteht

In unserem Kopf geht es, nüchtern betrachtet, ziemlich eintönig zu: Zahllose elektrische Impulse jagen dort durch ein Wirrwarr von Zellen – mal in mehr, mal in weniger schneller Folge. Es ist ein unentwegtes Senden und Empfangen, Weiterleiten und Verknüpfen. Schlichte Signale, wie von einem Computer generiert. Und doch erwächst aus dieser scheinbar banalen Zwiesprache der Zellen etwas gänzlich Neues, zutiefst Wundersames: Es entstehen bewusste Eindrücke und Empfindungen. Es ist, als spulte sich hinter unserer Stirn fortwährend ein Film ab, der Weite und Tiefe hat, in dem das Aroma von Kaffeebohnen und Szenen aus unserer Kindheit auftauchen, Gefühle von Ekstase und Schmerz, Geräusche vom Nachbarflur, das Grün eines Ahornblatts, die sanfte Berührung einer Hand. Dieser Film ist der Strom unseres Bewusstseins: die subjektive Erfahrung unseres Geistes und der Welt. Die Essenz unseres Lebens –…

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