Dass Josefine Thom, 33, sich für Mode für Menschen mit Einschränkungen interessiert, hat viel mit den Jacken ihrer Schwester zu tun. Die passten nie so richtig, und schon gar nicht in den Alltag einer jungen Frau, die im Rollstuhl sitzt und ein möglichst unabhängiges Leben führen möchte – und dabei noch gut aussehen. „Das An- und Ausziehen war häufig eine Tortur“, sagt Thom, „für meine Schwester wie für meine Mutter oder mich, wenn wir ihr geholfen haben.“
Jacken für Rollstuhlnutzer*innen bezahlt in Deutschland im Bedarfsfall die Krankenkasse, und so sehen sie häufig auch aus: nach Hilfsmittel, unflott. „Defizitorientiert“, nennt Thom das. Also machte sie sich für ihre sechs Jahre ältere Schwester Nadja, die kognitiv, körperlich und motorisch eingeschränkt ist, auf die Suche nach Kleidung, die leicht anziehbar und zugleich gut…
