Wer zu Judith Grümmer kommt, will reden. Über den Geschmack von Hubbabubba und wie es sich anfühlte, als Kind eine Kaugummi-Blase hinzubekommen. Über Reisen, das erste Mal Händchenhalten, den Kuss, der alles veränderte. „Und immer“, sagt Judith Grümmer, „beschreiben die Menschen die Liebe, die sie erfüllte, als sie Eltern wurden.“
Die Frauen und Männer, mit denen sie spricht, sind todkrank und wissen, dass sie bald sterben werden. Doch sie wollen ihren Kindern ihre Geschichten mitgeben. „Aufgrund ihrer lebensverkürzenden Diagnose werden sie viele Dinge aber nicht persönlich erzählen können“, sagt Grümmer. Früher hat die 65-Jährige als freie Hörfunkjournalistin für Medien wie WDR und Deutschlandfunk gearbeitet. Heute nimmt sie die Lebensgeschichten der erkrankten Eltern auf und macht daraus Hörbücher von bis zu zwölf Stunden Länge. Die helfen den Angehörigen später, die Erinnerung…
