Es war nur eine Frage der Statistik, dass es auch sie treffen würde. Kurz nach ihrem zwölften Geburtstag griff ein Fremder auf der Straße Vithika Yadav an die Brüste – obwohl sie, wie sie es von ihrer Mutter gelernt hatte, nie allein nach draußen ging und stets den Blick senkte. Es blieb nicht das letzte Mal. Ihre #MeToo-Momente hat sie mit einer überwältigenden Mehrheit der Inderinnen gemeinsam, viele Taten sind noch weitaus brutaler: Laut einer Studie der Thomson-Reuters-Stiftung ist Vithika Yadavs Heimatland der gefährlichste Ort für Frauen weltweit, noch vor Kriegsnationen wie Afghanistan und Syrien. 100 Anzeigen wegen Vergewaltigung gehen täglich bei der Polizei ein, 83 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren, was paradoxerweise eine gute Nachricht ist: Es trauen sich schlicht mehr Frauen, für ihre Rechte einzutreten. Nachdem…
