Fragt man Christine Bleks nach ihrem Motto, muss sie nicht lange überlegen: „Ich schau nicht auf das, was fehlt, sondern immer auf das Vorhandene. Daraus lässt sich meistens ziemlich viel machen.“ Mit dieser Haltung betrat die 39-Jährige vor zwölf Jahren ein Viertel, das eher selten Besuch von auswärts anzieht: Duisburg-Marxloh, einer der ärmsten Stadtteile Deutschlands. Fast die Hälfte der 20000 Einwohner*innen ist arbeitslos, jede*r Vierte lebt von Transferleistungen. Mehr als 70 Prozent haben Migrationshintergrund. Zahlreiche Kinder haben große Lernschwierigkeiten und kaum Perspektiven.
Doch wo viele nur Probleme sehen, erkannte Bleks eine Chance: Könnte man hier, wo viele Wohnungen leer stehen, engagierten jungen Leuten nicht mietfrei WG-Zimmer anbieten, damit sie im Gegenzug den Kindern vermitteln, was fehlt: Bildung?
Bleks hatte damals gerade ihr Studium an der Fakultät für Kulturreflexion an der…
