Der Platz vor der Kirche Santisima Trinidad in der Altstadt von Mexiko-Stadt ist an diesem Morgen fast leer. Maria Salguero, enge Jeans, schlichte Bluse, geht an dem barocken Kirchenportal vorbei und steigt die Treppen hoch, die vor dem Gotteshaus eine Art Amphitheater bilden. Angeleint laufen ihre beiden Hunde hinterher, Burbuja und Totopo. „Wenn mich die Arbeit depressiv stimmt, gehe ich mit ihnen spazieren“, sagt sie. „Das gibt mir die Lebenslust zurück, um weiterzumachen.“
Seit über vier Jahren sammelt Maria Salguero Daten über die Frauenmorde in ihrer Heimat Mexiko und bildet die Taten auf einer interaktiven Karte ab. „Als mir klar wurde, welches Ausmaß die Gewalt bei uns angenommen hat, wollte ich die Öffentlichkeit alarmieren“, sagt die Geophysikerin. „Damals dachte ich aber nicht, dass das Projekt zu so einem wichtigen Teil…
