Olga bleibt zu Hause. Seit vier Jahren ist ihre Tochter Ella auf der Welt, und wann immer sie doch mit ihr draußen ist, spürt sie diese Blicke, auf der Straße, auf Spielplätzen, im Supermarkt. Mal neugierig und fragend, mal unangenehm und penetrant. Ella hat eine seltene genetische Erkrankung, das Williams-Beuren-Syndrom. Sie kann nicht laufen, nicht essen, nicht sprechen, wird über eine Magensonde ernährt und schreit manchmal plötzlich sehr laut los.
„Manche Eltern ziehen ihre Kinder weg, wenn sie uns sehen“, sagt Olga. „Das verletzt mich.“ Vor allem, weil die Kinder es doch viel besser machen als die Erwachsenen: Sie sind neugierig, sie haben keine Hemmungen. Sie schauen hin und fragen auch mal. Und wenn sie genug geschaut und gefragt haben, ist ihre Neugierde befriedigt, und sie hören auf zu starren.…
