Lieber Leserin, lieber Leser, der Wald, so wie ihn meine Kollegin Gesa Gottschalk beschreibt (Seite 28), ist nicht zimperlich: Er ist ein Kraftpaket, ein Berserker des Seins, der unablässig neues Leben schafft – und, ja, altes abschafft. Das geschieht selten auf sanfte Weise, Borkenkäfer gehören dazu, Windbruch und Totholz. „Immer wenn der Mensch das Wort Katastrophe in den Mund nimmt“, zitiert Gottschalk einen Experten, „ist es gut für den Wald.“ Denn nur so werden die Bäume zur Heimat möglichst vieler Arten.
Was der Wald dafür benötigt? Dass wir ihn hier und da in Ruhe lassen, ihn nicht aufräumen und nicht aufforsten. Zum Glück geschieht das an immer mehr Orten in Deutschland. Den Weg zurück zur Ursprünglichkeit müssen – paradoxerweise – wir Menschen ihm bahnen. Das ist langwierig und wird…
