FOTOGRAFIE GRIMMIG DREINSCHAUENDE MODELS WAREN TABU, DAHER WURDEN DIE BILDER RETUSCHIERT »ICH MOCHTE DIESES SUCHEN, DIESES SICH-ZEIT-NEHMEN, DIESES UNZUFRIEDENSEIN« SCHAUSPIELERIN MERET BECKER ÜBER SIBYLLE BERGEMANN DIE ERINNERUNG an einen Menschen, den man vermisst, heftet sich manchmal an merkwürdige Gegenstände, an einen bizarren Vogel zum Beispiel, geformt aus Draht, Stofffetzen, Holzstücken, der Schnabel ein rostiger Haarclip. Oft, wenn ich das hässliche Vieh anschaue, das auf meinem Kaminsims thront, denke ich an jenen heißen Nachmittag in Dakar im Jahr 2001, als Sibylle Bergemann und ich durch den Garten des Institut Français liefen, auf der Suche nach jenem Kunsthandwerker, der diese Vögel aus Strandgut und Abfall herstellte. Nicht schön, aber verschroben, alt und zugleich neu waren diese fantastischen Zwitterwesen, und somit Sibylles Fall.
Fast ein Jahrzehnt lang, bis zu ihrem zu frühen Tod…