Liebe Leserin, lieber Leser,
Das Haus hat der Bequemlichkeit zu dienen“, fand Adolf Loos, der legendäre Architekt, dessen Vortrag „Ornament und Verbrechen“ von 1910 gern als Forderung nach jenen nackten, glatten Wänden missverstanden worden ist, die gemeinhin mit „moderner Architektur“ verbunden werden. Dabei meinte Loos keineswegs, Ornament sei Verbrechen. Seine Ansicht war differenzierter. Der Architekt kritisierte vor allem historisierende Elemente, also solche, die Herstellungsmethoden und Stile zitieren, die längst nicht mehr zeitgemäß sind. Und zweitens ist die Konsequenz aus der Loos’schen Kritik keineswegs die karge Zelle, im Gegenteil. Der Wiener unterschied stark zwischen außen und innen, die rund 60 Interieurs, die er im Laufe der Jahre gestaltete, waren stets üppig, voller Teppiche, vertäfelter Wände aus Mahagoni und Eiche, ägyptischer dreibeiniger Hocker und immer wieder sogenannter Elefantenrüsseltische. Wo er konnte, ließ…
