Es gibt im Englischen ein schönes, leider ziemlich unübersetzbares Wort: entitlement. Anspruchsberechtigung, das trifft es meistens. Entitlement meint aber auch die weitverbreitete Haltung, ohne die geringste Berechtigung zu finden, es stehe einem etwas zu. Man habe ein Recht auf etwas. Man verdiene es, verdammt noch mal. Glück, Geld, Aufmerksamkeit, schönes Wetter, billiges Fleisch, freie Verfügung über die linke Autobahnspur, Clementinen ohne Kerne.
Entitlement lässt sich besonders schön im öffentlichen Nahverkehr beobachten („Ist hier frei?“ – „Nein, hier sitzt schon meine Tasche“), an Büfetts in Höhe der Meeresfrüchte oder bei SUV-Fahrern, die glauben,diese komischen Striche auf Parkhausböden bedeuten, dass sie sich genau da drauf stellen sollen. Weitere Gefährdete: Muttis kleine Lieblinge, goldene Kälbchen, um die jahrelang herumgetanzt wurde, denen erfolgreich eingetrichtert wurde, wie besonders sie sind.Leider werden die irgendwann erwachsen und…
