Fragt man Koko La Douce, warum sie sich gern auszieht, erzählt sie von einem Abend in Hamburg. Sie und ihre Freundin waren in der Burlesque-Bar Queen Calavera. Auf der Bühne: die Tänzerin Golden Treasure, feuerrote Haare, voluminöser Körper. „Ich schaute in ihren Arsch“, sagt Koko, „und mich traf der Blitz.“ Diese Energie, diese Selbstverständlichkeit. Koko wollte das auch.
Heute steht die gebürtige Schweizerin selbst auf der Bühne, trägt roten Lippenstift und Federschmuck, leckt mit ihrer Zunge langsam den Arm entlang, greift einen pinken Telefonhörer, der vor ihrem knappen Höschen hängt. Am Apparat ihre Vulva, die sagt: Du bist so schön, Koko. Jeder Auftritt, sagt Koko La Douce, 45, sei ein Befreiungsakt.
Sie ist Burlesque-Tänzerin und damit Teil einer Szene, die immer wieder die Frage beantworten muss, ob das alles wirklich…