DER WICHTIGSTE TEIL seiner Mission beginnt nicht selten erst dann, wenn er Nadel und Klemme beiseitegelegt hat. Denn die Obdachlosen kommen nicht nur zu Gerhard Trabert, weil sie ärztliche Hilfe brauchen, sondern auch, weil es ihren geschundenen Seelen guttut, dass da einer sich ganz normal mit ihnen unterhält und ehrlich daran interessiert ist, welche Probleme und Ängste sie plagen.
Es sind diese Momente, die dem 61-Jährigen Mainzer am meisten bedeuten. Der ausgebildete Allgemeinmediziner arbeitete schon in einer indischen Lepra-Station, behandelte Obdachlose in New York, versorgte Kriegsopfer in Afghanistan. „Doch irgendwann“, so Trabert, „wollte ich Hilfe hier vor Ort leisten, in meiner Heimat, im reichen Deutschland, wo Armut und ihre Folgen gern übersehen werden.“
SEIT 20 JAHREN kümmert sich der ausgewiesene Armuts-Experte deshalb in seiner Geburtsstadt Mainz um all jene, die…