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Kunst & Architectuur
art Magazin

art Magazin 01/2020

ART ist Europas größtes Kunstmagazin und Marktführer im Segment der Kunstzeitschriften. Dabei vereint das Magazin die wichtigsten Highlights aus dem klassischen Kunstbereich mit jungen, zeitgenössischen Themen aus Fotografie, Design und Videokunst und führt kompetent durch das aktuelle Kunstangebot. ART inspiriert und versteht Kunst als wichtigen Anreger in unserer Gesellschaft. Die Grenzen der aktuellen Kunst zu Mode, Design, Musik und Architektur sind fließend.

Land:
Germany
Taal:
German
Uitgever:
DPV Deutscher Pressevertrieb
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12 Edities

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2 min.
die lehre der elbphilharmonie: schwamm drüber, liebe bürger!

LIEBE LESERIN, LIEBER LESER, in Hamburg sind sie nun alle mächtig stolz auf ihre »Elphi«. Ich kann mich über so viel Vergesslichkeit und so vorschnelle Vergebung nur wundern, auch wenn ich das Glasgebirge von HERZOG & DE MEURON sehr mag, das ich täglich aus meinem Bürofenster sehe. Das Konzerthaus über dem alten Elbspeicher sollte die Hansestadt nur 77 Millionen kosten, verkündete Bürgermeister Ole von Beust zu Anfang. Nach üblen Pannen, peinlichen Querelen, lähmendem Stillstand und zwei Bürgermeister später war der Steuerzahler dann mit 789 Millionen Euro dabei. Was mich daran bis heute ärgert, sind nicht die schieren Kosten, sondern die demokratiegefährdende Fahrlässigkeit und Argumentationsfaulheit, mit der das Kulturprojekt betrieben wurde. Ich finde, man darf sehr wohl viel Geld für Leitbauten der Gemeinschaft ausgeben – vorausgesetzt, man wirbt mit Ehrlichkeit und guten…

2 min.
bilder+themen des monats

Botschaft an Außerirdische Schummrig erleuchten Kandelaber die Dunkelheit, die zurzeit in der Oude Kerk in Amsterdam herrscht. Adrián Villar Rojas, argentinischer Shootingstar und Spezialist komplexer Rauminstallationen, nimmt die Kirche noch bis 26. April in Beschlag: Es geht in Poems for Earthlings um nicht weniger als das Erbe der Menschheit. Was werden wir hinterlassen? Nur Materielles? Er plädiert dafür, auch Klang als unser Vermächtnis zu schätzen. Babygeräusche, Vogelgesang, Regenprasseln oder die Stimme Martin Luther Kings sind deswegen leise zwischen den hohen Kirchensäulen zu hören. Sandsacktürme und -haufen erinnern unheimlich daran, wie im Zweiten Weltkrieg Kirchen und Kunstwerke vor Bomben geschützt wurden. Wer ist der Herr, dein Gott? Um diese Ausstellung zu sehen, muss man den Blick gen Himmel wenden – oder zum Spiegel am Boden. Sie hängt nämlich unter der Decke der Berliner St.-Matthäus-Kirche.…

2 min.
kunst für eine bessere welt

Als die Berliner Künstlerin Jana Sophia Nolle 2016 nach Kalifornien zog, war sie überrascht von dem starken Kontrast zwischen Arm und Reich. San Francisco ist die Stadt der Internet-Giganten Twitter, Google, Facebook und Yahoo, wohlhabende Zugezogene treiben die Immobilienpreise in die Höhe. Man verbindet den Ort mit Innovation und Zukunft. Nolle war beeindruckt von den großzügigen viktorianischen Villen, in denen manche Familien schon seit Generationen leben und die sie oft von Innenarchitekten gestalten lassen. Gleichzeitig schockierte es Nolle, dass so viele Menschen auf der Straße leben und sich aus Müll einfache Unterkünfte bauen müssen. Zwischen 8000 und 10 000 Menschen sind in der Stadt zurzeit obdachlos. Wochenlang fuhr die 33-Jährige – die Fotografie studiert hat, aber auch Konfliktforscherin ist und als Wahlbeobachterin arbeitet – auf dem Fahrrad durch die Stadt. Sie sprach…

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aktuell überschätzt

Auch große Künstler hauen mal daneben. Das zeigt keine Bildserie so gut wie Sean Scullys Bearbeitung des US-amerikanischen Flaggenmotivs. Ausgangspunkt war der Tod des zwölfjährigen Afroamerikaners Tamir Rice 2014 in Cleveland, der von einem weißen Polizisten erschossen wurde, als er im Park mit einer Spielzeugpistole hantierte. Um Amerika und seine elende Waffenpolitik zu kritisieren, lässt Scully die Sterne aus ihrer Box rieseln und setzt an ihre Stelle eine Pistole. Simpler geht’s kaum. Wenn so ein Motiv an einer Hauswand in der Hamburger Schanze, Berlin-Mitte oder irgendeiner mitteldeutschen Kleinstadt prangen würde, könnte man sich fragen, ob diesen Sprayern echt nichts Besseres einfällt. Es ist ja auch nicht so, dass Scully hier ein noch nie bearbeitetes Motiv aus der Versenkung gezogen hätte – im Gegenteil, an der US-Flagge haben sich schon Künstler aller…

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art shirts

Elf exklusiv für ART entworfene Künstlershirts sind im letzten halben Jahr entstanden. Über den bisherigen Erfolg der Aktion – einige Größen sind bereits ausverkauft – freuen wir uns ungeheuer, denn mit dem Kauf der handgedruckten Edition (Preis: 50 Euro, zzgl. Versand) erwerben Sie nicht nur ein besonderes Stück Kunst, sondern helfen auch Künstlern in Not. Vom Erlös jedes verkauften Exemplars gehen 10 Euro an die Organisation »Artists at Risk«. Bestellen Sie hier Ihr Lieblingsshirt und erfahren mehr über das Projekt und alle beteiligten Künstler: www.art-magazin.de/artshirts…

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filmkunst aus dem off

Hollywood ist längst nicht mehr die größte Filmindustrie der Welt. Die meisten Filme werden in Indien gedreht, danach folgt Nigeria, auch »Nollywood« genannt. In den neunziger Jahren entstanden vor allem in Lagos und Kano geschätzt täglich mehrere Filme, meist billig mit Laien vor und hinter der Kamera produziert. Die Stoffe waren reißerisch – afrikanische Seifenopern, mal mit und mal ohne Kannibalen, doch auf Videokassetten kopiert brachten sie genug Geld ein, um den nächsten Film zu drehen. Bald zog Nollywood Tausende Glücksritter an, die auf Ruhm oder ein halbwegs geregeltes Einkommen hofften; eher nebenbei entstand auch ein nigerianisches Autorenkino. An diese Goldgräberzeit erinnert das famose Filmkollektiv »The Critics Company«, ein Team von neun Teenagern aus Kaduna im Norden des Landes. Die »Critics« haben sich auf kurze Science­Fiction-Filme spezialisiert, die sie auf einem…