Nyheter og politikk
stern Crime

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32/2020

"Unter dem Motto ""Wahre Verbrechen. Wahre Geschichten."" berichtet STERN CRIME von realen Kriminalfällen und deren Aufklärung, beleuchtet aber auch das Schicksal der Opfer und die Motive des Täters. Das Heft liefert alle zwei Monate einfühlsame Texte und zurückhaltende, aber zugleich eindringliche Bebilderung der Geschichten. Die seriöse Berichterstattung umfasst Interviews mit Ermittlern, beleuchtet Tathintergründe und verschafft fesselnde Einblicke in die polizeiliche Aufklärungsarbeit. Mit seinen Reportagen über wahre Verbrechen spricht STERN CRIME Leser an, die den Nervenkitzel lieben und sich für den psychologisch-sozialen Kontext realer Kriminalfälle interessieren."

Land:
Germany
Språk:
German
Utgiver:
DPV Deutscher Pressevertrieb
Hyppighet:
Bimonthly
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2 min.
die dunkle seite …

… von Frauen wird unterschätzt. Es stimmt, sie morden viel seltener als Männer, aber häufiger, als wir denken. Für die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg wissen wir in Deutschland von über 300 geklärten Mordserien mit drei oder mehr Opfern. Nur 38 davon wurden von Frauen begangen. Allerdings glaubt der Kommissar Stephan Harbort, der zu diesem Thema forscht und Bücher geschrieben hat, dass es weitaus mehr Wiederholungstäterinnen gibt – die Dunkelziffer sei besonders hoch, weil wir Frauen solche Taten nicht zutrauten, schon gar nicht in Serie. Während Männer eher erwürgen, erschlagen, erstechen oder erschießen, neigen Frauen weniger dazu, ihre Opfer zu foltern oder zu verstümmeln. Sie greifen am liebsten zu Gift, was dazu führt, dass ihre Taten oft lange unbemerkt bleiben. Weitere wesentliche Unterschiede laut Harbort: Männer bringen überwiegend ihnen fremde Menschen um;…

6 min.
schuldige kinder

„Sie können aufrichtig versichert sein, dass jeder der beiden Zehnjährigen wusste, dass es schweres Unrecht war, ein junges Kind von zwei Jahren von seiner Mutter wegzuholen und ihm extreme Gewalt anzutun.“ Anklageeröffnung gegen Jon Venables und Robert Thompson im Fall James Bulger, England 1993 „Ich habe Steine auf James’ Kopf geschichtet, damit das Blut nicht mehr herauskommt.“ Aussage von Robert „Bobby“ Thompson Jon wurde ganz aufgeregt und weinte. Er kletterte auf den Schoß seiner Mutter, und sie wiegte ihn wie ein kleines Baby. Durch Tränen schluchzte Jon: „Ich habe ihn getötet.“ Aus dem Protokoll des Geständnisses von Jon Venables, elf Jahre alt Wann sind Kinder strafmündig? Wann können sie für eine Tat zur Rechenschaft gezogen und vor ein Gericht gestellt werden? Gesetzgeber auf der ganzen Welt finden dazu völlig unterschiedliche Antworten. In Deutschland gelten Kinder bis…

27 min.
der letzte kunde

2. DEZEMBER 2012, CORRECTIONAL COMPLEX, DIE STRAFANSTALT VON ANCHORAGE, ALASKA. Der Wärter, der seinen Dienst morgens um sechs beginnt, sieht beim ersten Kontrollgang ein rotbraunes Rinnsal unter der Zellentür des Häftlings Israel Keyes auf den Gang laufen. Er öffnet die Tür, ruft Keyes, der wie gewöhnlich auf seiner Pritsche in Decken eingehüllt liegt, beim Namen. Der Gefangene antwortet nicht. Der Wärter legt die Hand auf den verdeckten Körper. Keyes liegt auf dem Bauch, die Arme unter der Brust verschränkt, das Gesicht zur Seite gedreht. Sein Körper ist blutverschmiert. „Er war bereits starr“, sagt der Wärter später aus. Er reißt die Decken weg. „Es war auf den ersten Blick offensichtlich, dass der Gefangene Keyes verstorben war. Er hatte keinen Puls, und seine Haut war bleich.“ Das Gesicht ist blau. Der Gefangene ist…

21 min.
der un tote

DIES IST EINE UNENDLICHE GESCHICHTE, die in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts begann und stetig fortgeschrieben wird, bis zum heutigen Tag und – jede Wette – noch lange darüber hinaus. Obschon die meisten der handelnden Personen tot sind oder zumindest für tot erklärt, was in diesem Fall einen großen Unterschied ausmacht und die Mythen treibt und treibt und treibt. Alter Adel spielt eine Rolle und Banker und Zocker. Es wird um Schein und Sein gehen, um Klasse und Stand und Status, um Oben und Unten, um Upper und Lower Class. Es geht um Arroganz und Dekadenz. Und es geht, im Zentrum des Ganzen, um einen Mord, verübt an einem Kindermädchen an einem kühlen Novemberabend 1974 im feinen Londoner Viertel Belgravia. Zu den Absurditäten dieser an Absurditäten nicht eben armen…

6 min.
inkagötter

Alles in der Zweizimmerwohnung deutet darauf hin, dass der Mann gekämpft hat, bevor er starb. Das Glas der Wohnzimmertür ist zerbrochen, auf dem Teppich entdecken die Polizisten einen großen Blutfleck, einen abgerissenen Knopf und Teile eines künstlichen Gebisses. Es muss ein heftiger Kampf gewesen sein, so heftig, dass Blut bis an die Wand im Flur spritzte. Auch auf dem Fußboden klebt Blut. Schleifspuren führen vom Wohnzimmer bis ins Bad. „Ach du Scheiße“, denkt sich Axel Brünger, der Leiter der Hamelner Mordkommission, als er das Bad sieht. Vor ihm liegt in der gefüllten Wanne ein Mann, komplett bekleidet, das Gesicht nach unten, Hände und Füße gefesselt, die Schuhe ragen aus dem Wasser. Brünger muss an die Mafia denken. Der Tote hat Würgemale am Hals und schwere Platzwunden am Kopf. Die Verletzungen haben eine auffällige…

21 min.
das eis der tante

Ein Kind wird ermordet. Es scheint nur eine Möglichkeit zu geben, wie es geschah. Doch die ist unglaublich Manchmal sitzen sie nebeneinander vor dem Schminkspiegel, das Mädchen und die Tante, und das Mädchen schaut zu, wie Pinselstrich für Pinselstrich auf dem blassen Gesicht der Tante ein Gesamtkunstwerk entsteht. Die Tante hat eine hohe Stirn, große, ausdrucksvolle Augen, geschwungene Lippen, rotes Haar. Anna liebt diese Momente. Tante Elisabeth tupft dann auch Anna Rouge auf die Wangen und Puder auf die kleine Nase. Elisabeth ist sehr versiert darin. Sie verwendet viel Zeit auf ihr Aussehen, sie verlässt das Haus nie ohne Make-up. Sie trägt goldene Ringe und extravagante Kleider. Beispielsweise ihren Nerzmantel, der in 20 Farbtönen schillert. „Unseren Paradiesvogel“ nennt ihr Bruder, Annas Vater, sie. Ohne Zweifel: Elisabeth F., die 200 Kilometer entfernt in Hessen…