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stern Crimestern Crime

stern Crime 18/2018

"Unter dem Motto ""Wahre Verbrechen. Wahre Geschichten."" berichtet STERN CRIME von realen Kriminalfällen und deren Aufklärung, beleuchtet aber auch das Schicksal der Opfer und die Motive des Täters. Das Heft liefert alle zwei Monate einfühlsame Texte und zurückhaltende, aber zugleich eindringliche Bebilderung der Geschichten. Die seriöse Berichterstattung umfasst Interviews mit Ermittlern, beleuchtet Tathintergründe und verschafft fesselnde Einblicke in die polizeiliche Aufklärungsarbeit. Mit seinen Reportagen über wahre Verbrechen spricht STERN CRIME Leser an, die den Nervenkitzel lieben und sich für den psychologisch-sozialen Kontext realer Kriminalfälle interessieren."

Land:
Germany
Språk:
German
Utgiver:
DPV Deutscher Pressevertrieb
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I DENNE UTGAVEN

access_time1 min.
editorial

  Christian Krug, Crime-Herausgeber  DIE MEISTEN MENSCHEN ……das ist die gute Nachricht, kennen Gerichte ja nur aus der „Tagesschau“ oder von Fernsehserien. Da geht es dann meistens um Mord und Totschlag, um Geiselnahmen, Juwelenraube, Flugzeugentführungen. Aufsehenerregende Prozesse in holzgetäfelten Sälen mit Dutzenden von eloquenten Verteidigern, Zeugen und riesigen Berichten in den Zeitungen.Die übergroße Mehrheit der Verfahren in Deutschland allerdings findet in schmucklosen Amtsräumen unter Neonlicht statt. Oft unspektakulär, ohne Publikum, äußerst selten mit Gutachtern, geführt von Einzelrichtern, pro Fall kaum eine Stunde.Fahrraddiebe, Schläger, Heiratsschwindler, Schwarzfahrer – wer nicht mehr als vier Jahre Haft zu erwarten hat, landet vorm Amtsgericht.  Giuseppe Di Grazia, Crime-Redaktionsleiter Jeder Tag ist hier voller Überraschungen. Man weiß nie, was kommt. Und, auch das gehört zur Wahrheit, ob überhaupt einer kommt. Der Bürger in Freiheit verschläft gern, und für eine Untersuchungshaft…

access_time5 min.
in der falle der humanität

Keine Haft, aber das oft lebenslänglich: forensisch psychiatrische Einrichtungen wie die Klinik Nette-Gut Nato-Stacheldraht, hohe Mauern, Überwachungskameras – die Klinik Nette-Gut bei Koblenz gleicht eher einer Festung als einem modernen Krankenhaus. Im Besucherraum sitzt der Patient Gerhard Manfred Börner und sagt zur Begrüßung: „Willkommen auf dem Friedhof der Kuscheltiere.“ Die Mitpatienten, die Börner als Kuscheltiere bezeichnet, sind Pädophile, Serienmörder, Schizophrene.Der 70-Jährige hat eine heisere Stimme und Hände wie Baggerschaufeln. Vor fast einem halben Jahrhundert tötete er mit diesen Händen innerhalb kurzer Zeit vier Frauen. Das Landgericht Frankfurt ließ ihn damals von vier verschiedenen Psychologen begutachten, die zu dem Ergebnis kamen, dass Börner bei seinen Taten nicht steuerungsfähig gewesen sei. Der Frauenmörder Gerhard Börner wurde deshalb nicht zu lebenslanger Haft verurteilt, sondern zu einer Therapie im Maßregelvollzug, deren Ende vorab nicht festgelegt…

access_time32 min.
der clown

Wenn er sich in Pogo verwandelt, schminkt er sein Gesicht weiß, zieht um die weiße Fläche einen schwarzen Halbkreis, den er um sein Doppelkinn offen lässt, die Augenbrauen malt er sich zu lächerlichen Dreiecken und den Mund zu einer gewaltigen roten Fläche. Wenn er zu Pogo wird, findet er endlich Ruhe. Er hat Pogo nach seinen Vorstellungen erschaffen. Pogo soll nicht so aussehen wie diese Clowns, deren Bilder etwas in ihm so sehr berühren, dass er sie in seinem ganzen Haus aufgehängt hat. Traurige Clowns. Diese lustig angemalten Gesichter und gleichzeitig diese stille Schwermut in ihren Augen. Diese Tragik, wie sie die Menschen zum Lachen zusammenbringen und dabei selbst so schrecklich einsam scheinen.Pogo soll ein lustiger Clown sein, das stand für ihn von Anfang an fest, deshalb malt er sich ein…

access_time5 min.
toxikologie

 Im selbst gemachten Eierlikör einer alten Dame fand Uhl eine gefährliche Dosis Schlafmittel. Die chemische Formel beschreibt das synthetische Cannabinoid einer „Kräutermischung“ Anfangs sah es nach einem Virus aus, nach einer Sommergrippe, als die ersten Mitarbeiter in der Alten Pinakothek in München über Übelkeit, Bauchschmerzen, Schweißausbrüche und Schüttelfrost klagten. Doch dann erkrankten weitere Kollegen. Und eines schien seltsam: Die ersten Symptome traten immer direkt nach der Kaffeepause auf. Einige bemerkten beim Kaffeeschlürfen im Aufenthaltsraum auch ein pelziges Gefühl im Mund. Wollte jemand sie vergiften?Der Fall landete bei Michael Uhl, Toxikologe am Landeskriminalamt in München, Leiter des Sachgebiets „Chemie“.Wer Uhl heute im dritten Stock des LKA besucht, kann das Marihuana schon auf dem Flur riechen. Auf Uhls Schreibtisch liegen Beutel mit gestrecktem Kokain und bunte Ecstasy-Pillen, die er später im Labor in…

access_time20 min.
wie silvia verschwand

Helga Frey Die Geschichte von Silvia und Peter beginnt Mitte der 80er Jahre. Da lernen sich die beiden in der oberschwäbischen Kleinstadt Ravensburg kennen, sie jobben im selben Kino. Silvia ist fast 16, sie macht eine Ausbildung zur Zahnarzthelferin, ein schönes Mädchen, fast 1,80 Meter groß, ausdrucksstarke Augen, schlank, lange, blonde Haare. Gegenüber Jungs ist sie reserviert, fast abweisend. Wer sie näher kennt, sagt, dass sich dahinter eine tiefe Unsicherheit verbirgt. Als Kind ist Silvia gehänselt worden, weil sie eine Brille mit dicken Gläsern tragen musste. Seit sie zwölf ist, setzt sie immer Kontaktlinsen ein, wenn sie das Haus verlässt. Aber das Gefühl, ein hässliches Entlein zu sein, ist schwerer abzulegen als eine Brille.Silvia ist in einer Familie aufgewachsen, in der es wenig Sicherheit und viel Durcheinander gab. Oft auch lauten…

access_time25 min.
froschkinder

Herr Park hat sie noch einmal eingeladen, seine Freunde Herrn Wu und Herrn Kim. Er empfängt sie in seinem Garten zwischen sieben schnalzenden Papageien, zwei Hunde bellen hinter einer Wand, drei Katzen schleichen um den Tisch, in einem trüben Aquarium ziehen dunkle Zierfische ihre Kreise. Der Garten wirkt eher wie ein verwilderter Zoo.Herr Park klopft seinen beiden Freunden auf die Schultern. „Wenn ich schon darüber sprechen muss, dann vielleicht mit euch zusammen“, sagt er. Er hat ein ungewöhnlich flaches Gesicht, seine Wangen sind gerötet, seine Augen treten etwas hervor. Wer etwas näher kommt, riecht den Soju im Atem des Herrn Park, den Reisschnaps, dem man in Korea kaum entkommen kann: 19 Prozent, fader Geschmack, am Morgen danach immer ein schlimmer Kater.In Business-Handbüchern für Südkorea steht, dass man die Menschen hier vormittags…

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