BEFREIT WERDEN – DAS HEISST AUCH VERWÜSTUNG, VERLETZTE, TOTE
IRGENDWIE KOMMEN SIE DURCH. SIE BLEIBEN DORT, WO GERADE PLATZ IST Raqqa war geisterhaft leer in dieser Nacht, die auch sie zu Flüchtlingen macht, das Leben hatte die Stadt verlassen, hier lärmte nur noch der Krieg.
Abu Ahmed schrie an gegen die einschlagenden Granaten und Bomben, das Summen der Drohnen und die Kugeln der Scharfschützen, er schrie hinaus aus dem Fenster seines Hauses, irgendwo zwischen den Fronten, zwischen IS und Kurden, zwischen Wahnsinn und Befreiung.
„Wir sind hier!“, rief Abu Ahmed. „Nicht schießen!“
So erzählt er es, gerade einmal zwei Stunden sind vergangen. Noch immer ist Nacht, doch hier in einem verlassenen Wohnhaus am Rand Raqqas, einem Quartier der kurdischen Kämpfer, ist er sicher, einigermaßen zumindest. Immer wieder surren…