Früher, als Bücher noch mit der Hand und einer Feder geschrieben wurden, hätte man den Verdacht gehabt, der Schriftsteller hat irgendwann die Tinte mit der Erdbeermarmelade verwechselt, die natürlich „selbstgemacht“ ist. Jedenfalls lesen sich da manche Sätze so. Was kein Spott über den Fruchtzuckergehalt dieses Buches sein, sondern eher den Respekt ausdrücken soll vor dieser landphilosophischen Geschichte, die im Reinheitsgebot des Handgemachten und Entschleunigten geschrieben ist.
Worum es geht, ist schnell erzählt, denn es ist ein Zwei-Personen-Stück: Ein stressmüder Manager-Familienvater-Smartphone-Gefangener trifft eines Morgens auf dem Land einen alten Mann, Karl, Kartoffelbauer, der im Gegensatz zum sinnsuchenden Erzähler schon den Lebenssinn gefunden hat. Und so, beim Kartoffelsortieren, Treckerfahren und beim Erdbeermarmelade-Einkochen, umkreisen die Dialoge den Sinn, die Ängste und das Glück, anderen zu begegnen. „Ein neuer Mensch bedeutet Inspiration, andere Gedanken,…
