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Culture & Literature
P.M. HISTORY

P.M. HISTORY

12/2020

"P.M. HISTORY ist das vielseitige, lebendige Geschichtsmagazin, das seriös und verständlich informiert, glänzend unterhält und immer wieder überrascht. P. M. HISTORY bietet packende Lesestücke aus allen Epochen – eben die besten Geschichten aus der Geschichte – übersichtlich im Inhaltsverzeichnis in einem Zeitstrahl chronologisch geordnet. P. M. HISTORY konzentriert sich nicht auf ein geschichtliches Thema pro Heft, sondern bietet in jeder Ausgabe eine Fülle von Themen. In jeder Ausgabe von P. M. HISTORY gibt es einen Großen Sonderteil, der sich ausführlich einem geschichtlichen Thema widmet. Das können sowohl historische Persönlichkeiten als auch bestimmte Epochen oder Ereignisse sein. Faszinierende Reportagen, Interviews z.B. mit bekannten Autoren oder Wissenschaftlern sowie Empfehlungsseiten für Bücher und Filme runden das redaktionelle Angebot ab."

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Country:
Germany
Language:
German
Publisher:
DPV Deutscher Pressevertrieb
Frequency:
Monthly
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12 Issues

in this issue

2 min.
friedliche lösungen waren auf dem balkan lange eine ausnahme

LIEBE LESERIN, LIEBER LESER, bis vor etwa zwei Jahren gab es in Europa einen Staat mit einem denkbar seltsamen Namen. Bei Länderspielen tauchte er als „FYROM“ auf. Das stand für „Former Yugoslav Republic of Macedonia“. Ins Deutsche übersetzt: „Ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien“. Aber warum wurde ein Land nach etwas benannt, das es längst nicht mehr gab? Der Vielvölkerstaat Jugoslawien, zu dem Mazedonien früher gehörte, war ja schon 1991 zerbrochen. Die Antwort auf diese Frage führt uns zu den Leitmotiven dieses Heftes: der Suche nach nationaler Identität, dem Kampf um Land – und dem Einsatz der Vergangenheit als Waffe in aktuellen Konflikten. Schuld an dem sperrigen Namen war Griechenland, der Nachbar der Mazedonier. Die Griechen fürchteten, dass Mazedonien auch Anspruch auf die griechische Region Makedonien erheben könnte. Zudem störten sie sich daran,…

1 min.
bran

ALS DRACULASCHLOSS HAT BURG BRAN KARRIERE GEMACHT. Errichtet wurde sie Ende des 14. Jahrhunderts als Törzburg oberhalb des gleichnamigen Ortes, an einem Pass zwischen Siebenbürgen und Großer Walachei. Als der irische Schriftsteller Bram Stoker von den Legenden erfuhr, die man sich über Vlad III. Drăculea („Sohn des Drachen“) erzählte, einen berüchtigten Heerführer in der Walachei, inspirierte ihn das zu seinem Roman „Dracula“, der 1897 erschien. Die Törzburg hat „Vlad der Pfähler“ wahrscheinlich nie betreten, sie wird nicht einmal im Roman beschrieben. Aber wie sonst sollte ein Draculaschloss aussehen?…

1 min.
londoner tunnelblick

„Eine Beleidigung des gesunden Menschenverstandes“ nannte die „Times“ in den 1840er-Jahren die Pläne für eine Dampfeisenbahn unter London. Gebaut wurde sie bekanntlich trotzdem. Hier begibt sich Englands Schatzkanzler William Gladstone am 24. Mai 1862 auf Inspektionsfahrt (er sitzt im ersten Waggon, vordere Reihe, ganz rechts). Die erste U-Bahn der Welt – von Paddington bis Farringdon Street – eröffnete im Januar 1863 und zählte nach einem Jahr etwa 9,5 Millionen Passagiere. Doch wie es der „Times“ schon schwante: Schwefelhaltige Schwaden ziehen unter der Erde schwerlich ab. Natürlich benutzte man geschlossene Waggons, trotzdem setzte sich der Ruß auf Kleidung und Atemwege. Die Betreiber traten die Flucht nach vorn an: Der Schwefel habe einen „vorteilhaften Einfluss“ bei der Behandlung von Asthma. Einige Fahrgäste kämen wegen der „belebenden Luft“ jeden Tag vorbei.…

2 min.
falsch meldung

DIE ÜBERSCHRIFT verspricht eine spektakuläre Enthüllung: „AIDS – man-made in USA“. Am 18. Februar 1987 druckt die „taz“ ein aufsehenerregendes Interview mit dem Ostberliner Biologen Jakob Segal. Ihm zufolge wurde das HI-Virus, das den damals noch tödlichen Immundefekt auslöst, in einem Labor des US-Militärs in Fort Detrick, Maryland, erschaffen. Dort habe man Experimente an Strafgefangenen vorgenommen, darunter auch mit dem Aids-Erreger. Dieser sei einigen Inhaftierten injiziert worden, aber man habe die lange Inkubationszeit unterschätzt. Erst als sie wieder in Freiheit waren, hätten sich Symptome gezeigt. Von Therapien – die damals tatsächlich kaum Erfolg haben – rät Segal ab, sondern empfiehlt Aspirin. Nicht wenige Leser halten Segals krude Theorie für glaubwürdig, immerhin war er mal Professor an der Humboldt-Universität. Zudem wurde das Gespräch von dem als kritisch geltenden DDR-Schriftsteller Stefan Heym geführt,…

1 min.
der nikolaus

WAS SAGT DIE LEGENDE? Der Nikolaus-Brauch entstand zwischen dem 10. und 12. Jahrhundert. Am 6. Dezember verteilt Nikolaus heimlich über Nacht kleine Gaben vorzugsweise in die blank polierten Stiefel artiger Kinder. Der optisch zum Verwechseln ähnliche Weihnachtsmann folgt am 24. oder 25. Dezember in die Haushalte und verteilt aus einem Sack mit offenbar unendlichem Fassungsvermögen die größeren Geschenke. Anreise vorzugsweise mit einem von Rentieren gezogenen Schlitten direkt vom Nordpol. WIE WURDE SIE ÜBERLIEFERT? Als Martin Luther die Heiligenverehrung abschaffte, ersetzte er den Nikolaus durch den heiligen Christ (Jesus Christus), das spätere Christkind, und verschob die Bescherung auf den 25. Dezember. Doch die Niederländer blieben ihrem Sinterklaas treu. Der verschmolz in den USA mit dem englischen Father Christmas zu Santa Claus, tauschte Bischofstracht gegen Winterkleidung und kehrte Ende des 19. Jahrhunderts als Weihnachtsmann zurück…

3 min.
weltenuhr neu geeicht

Archäologen, Paläontologen und Geowissenschaftler nutzen für die Altersbestimmung ihrer Fundstücke die Radiokarbonmethode. Sie misst, wie viel des instabilen Kohlenstoffisotops C14 in organischer Substanz bereits zerfallen ist, denn Pflanzen und Tiere können nur so lange C14 aufnehmen, wie sie am Leben sind. Stirbt ein Organismus, fängt seine Kohlenstoffuhr an zu ticken: Alle 5700 Jahre halbiert sich der C14-Wert. Doch die Messmethode ist nicht immer präzise und muss von Zeit zu Zeit neu berechnet und verfeinert werden. Nach sieben Jahren hat jetzt ein internationales Wissenschaftlerteam die der Radiokarbondatierung zugrunde liegenden Kurven des C14-Gehalts in der Atmosphäre aktualisiert. Zum Team gehört auch Peter Köhler vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven. Warum musste die Radiokarbondatierungskurve neu berechnet werden? Die Menge an C14 in der Atmosphäre schwankt, bedingt durch Naturereignisse wie Vulkanausbrüche oder auch…