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Culture & Literature
P.M. HISTORY

P.M. HISTORY 09/2020

"P.M. HISTORY ist das vielseitige, lebendige Geschichtsmagazin, das seriös und verständlich informiert, glänzend unterhält und immer wieder überrascht. P. M. HISTORY bietet packende Lesestücke aus allen Epochen – eben die besten Geschichten aus der Geschichte – übersichtlich im Inhaltsverzeichnis in einem Zeitstrahl chronologisch geordnet. P. M. HISTORY konzentriert sich nicht auf ein geschichtliches Thema pro Heft, sondern bietet in jeder Ausgabe eine Fülle von Themen. In jeder Ausgabe von P. M. HISTORY gibt es einen Großen Sonderteil, der sich ausführlich einem geschichtlichen Thema widmet. Das können sowohl historische Persönlichkeiten als auch bestimmte Epochen oder Ereignisse sein. Faszinierende Reportagen, Interviews z.B. mit bekannten Autoren oder Wissenschaftlern sowie Empfehlungsseiten für Bücher und Filme runden das redaktionelle Angebot ab."

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Country:
Germany
Language:
German
Publisher:
DPV Deutscher Pressevertrieb
Frequency:
Monthly
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12 Issues

in this issue

2 min.
„seit 19 jahren führen die usa krieg “

LIEBE LESERIN, LIEBER LESER, wissen Sie, wie oft die Vereinigten Staaten von Amerika in ihrer Geschichte in den Krieg gezogen sind? Keine leichte Frage, denn die Antwort hängt immer davon ab, wie man Krieg definiert. Darf man die Niederschlagung eines Aufstands mitzählen? Die brutale Verdrängung der Indianer in zahllosen Gefechten? Oder ist ein Krieg immer nur ein offizieller Konflikt zwischen zwei Staaten? Manche Listen, die im Internet kursieren, kommen auf mehr als 200 Kriege. Das ist sicherlich übertrieben. Trotzdem: Die USA sind alles andere als eine friedliche Nation. Etwa ein Dutzend große Kriege haben sie geführt. Der letzte – der Krieg in Afghanistan – dauert noch immer an. Seit 19 Jahren mittlerweile. Diese militärischen Konflikte haben die USA geprägt. Ohne sie hätten die Vereinigten Staaten weder ihre Unabhängigkeit errungen, noch hätten…

1 min.
uschguli

ABWEISEND WIRKEN DIE TRUTZIGEN TÜRME, die in einem abgelegenen Winkel des Kaukasus in den Himmel ragen: Die steinernen Bollwerke, erbaut zwischen dem 9. und 13. Jahrhundert, schützten einst die Einwohner von Uschguli im heutigen Georgien vor mongolischen Reiterhorden und Plünderern aus dem Tiefland. Übersetzt heißt der Ortsname so viel wie „mutiges Herz“. Und Mut brauchten die Menschen hier in 2200 Meter Höhe über dem Meeresspiegel durchaus: In der einsamen Bergwelt waren die mächtigen Wohntürme ihre einzigen Verbündeten gegenüber Angreifern. 200 solcher Schutzanlagen haben die Zeiten überdauert.…

1 min.
im streik vereint

Die Männer auf der Mauer der Danziger Lenin-Werft wirken zuversichtlich. Sie haben ja auch himmlischen Beistand: Neben ihnen hängt ein Bild der Muttergottes – fast so, als sei sie an ihrer Seite in den Streik getreten. Die Arbeiter sind fromm, wie viele Polen, aber vor allem sind sie wütend. Auf die kommunistische Partei, die ihr Land in eine erbärmliche wirtschaftliche Lage gebracht hat. Und auf die Werftleitung, die ihre Kollegin Anna Walentynowicz entlassen hat. Deshalb haben sie am 14. August 1980 die Werft besetzt. Unter der Führung des Elektrikers Lech Wałęsa wird aus ihrem Streik bald ein Kampf für mehr Freiheit. „Nur Solidarität und Geduld garantieren uns den Sieg!“, steht auf der Mauer. Tatsächlich: Die Streikenden siegen, die Regierung lenkt ein. Bald darauf wird die „Solidarność“ („Solidarität“) gegründet – die…

2 min.
falsch meldung

MITTEN IM Ersten Weltkrieg erscheint 1917 in den Württembergischen Jahrbüchern für Statistik und Landeskunde erstmals vollständig die „Laichinger Hungerchronik“. Sie erzählt in tagebuchartigen Einträgen von den Hungerjahren 1816/17, als ein heftiger Vulkanausbruch weltweit für Missernten gesorgt hatte. Eindrücklich wird geschildert, wie die Bauern in Laichingen hungerten, während „Kornjuden“ aus dem Nachbarort profitierten: „Heute sind wieder vier Fuhren Getreid für den Abraham fortgekommen, sollen in die Schweiz gehen. Wäre besser, sie blieben da und der Jud fort.“ Der Herausgeber des Textes, der Lehrer Christian August Schnerring, schreibt in einer Einleitung, die Chronik gebe „uns Heutigen eine Menge Vergleichspunkte“. 1916/17 leidet Deutschland unter dem „Steckrübenwinter“; einer verheerenden Hungersnot. Die Botschaft Schnerrings: Schuld an der Misere seien die Juden. Er selbst will die insgesamt 40 handschriftlichen Seiten bei Forschungen auf der Alb entdeckt haben.…

1 min.
die königin von saba

WAS SAGT DIE LEGENDE? Im 10. Jh. v. Chr. reist die reiche Königin von Saba an den Hof König Salomos in Jerusalem. Sie hat von seiner sagenhaften Weisheit gehört und möchte ihn kennenlernen. Sie stellt ihm schwere Fragen und ist so begeistert von seinen klugen Antworten, dass sie ihn mit „hundertzwanzig Zentner Gold und sehr viel Spezerei und Edelsteinen“ überhäuft. Im Neuen Testament heißt es, dass die „Königin des Südens“ in der Endzeit erscheint, um über die Menschen Zeugnis vor dem Jüngsten Gericht abzulegen. WIE WURDE SIE ÜBERLIEFERT? Die Königin von Saba – oder Sheba – wird im Alten und Neuen Testament, im Koran, jüdischen Quellen und äthiopischen Legenden erwähnt. Im westlichen Kulturkreis griffen zahlreiche Werke Erzählungen über sie auf. So ist der Einzug der Königin von Saba Bestandteil von Händels Oratorium „Salomon“.…

3 min.
aufstand an bord

Die mächtige Flotte der Royal Navy schuf die Voraussetzung dafür, dass England in der frühen Neuzeit überhaupt zur Weltmacht aufsteigen konnte. Der Historiker Dr. Patrick Schmidt untersucht, wie es auf den Kriegsschiffen zwischen 1669 bis 1745 zuging. Die von ihm ausgewerteten Logbücher und Akten von Kriegsgerichtsverfahren zeigen: Kapitäne mussten sich regelmäßig mit ungehorsamen Seeleuten herumschlagen. Warum brachen auf den Schiffen der Royal Navy immer wieder Konflikte aus? Wir dürfen uns das Leben an Bord nicht nach dem Motto vorstellen: Der Kapitän brüllt Befehle, und alle rufen „Aye, aye, Sir!“. Auf einem Schiff der Royal Navy befanden sich im 17. und 18. Jahrhundert in der Regel dicht zusammengedrängt zwischen 100 und 600 Mann, die meisten in ihren 20ern. Dazu kam der Alkohol: Jeder hatte ein Anrecht auf eine Gallone Dünnbier pro Tag, das…