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Culture & Literature
P.M. HISTORY

P.M. HISTORY 10/2020

"P.M. HISTORY ist das vielseitige, lebendige Geschichtsmagazin, das seriös und verständlich informiert, glänzend unterhält und immer wieder überrascht. P. M. HISTORY bietet packende Lesestücke aus allen Epochen – eben die besten Geschichten aus der Geschichte – übersichtlich im Inhaltsverzeichnis in einem Zeitstrahl chronologisch geordnet. P. M. HISTORY konzentriert sich nicht auf ein geschichtliches Thema pro Heft, sondern bietet in jeder Ausgabe eine Fülle von Themen. In jeder Ausgabe von P. M. HISTORY gibt es einen Großen Sonderteil, der sich ausführlich einem geschichtlichen Thema widmet. Das können sowohl historische Persönlichkeiten als auch bestimmte Epochen oder Ereignisse sein. Faszinierende Reportagen, Interviews z.B. mit bekannten Autoren oder Wissenschaftlern sowie Empfehlungsseiten für Bücher und Filme runden das redaktionelle Angebot ab."

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Country:
Germany
Language:
German
Publisher:
DPV Deutscher Pressevertrieb
Frequency:
Monthly
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12 Issues

in this issue

2 min.
die bedrohung gehört noch immer zum alltag

LIEBE LESERIN, LIEBER LESER, am höchsten Feiertag des Judentums – Jom Kippur – versammeln sich die Gläubigen in den Synagogen, um gemeinsam zu fasten, zu beten und Gott um Vergebung zu bitten. Das Leben steht still am „Versöhnungstag“. So war es auch am 9. Oktober 2019 in der jüdischen Gemeinde von Halle. Etwa 50 Menschen waren zusammengekommen, darunter viele Gäste aus den USA. Um kurz nach 12 Uhr parkte der Rechtsextremist Stephan B. vor dem Gotteshaus im Paulusviertel und eröffnete das Feuer. Knapp zehn Minuten lang versuchte er, sich einen Weg hineinzubahnen. Vergebens. Daraufhin tötete er eine Passantin und den Gast eines Imbisses. Der Anschlag von Halle hat uns allen brutal vor Augen geführt, welche gefährliche Macht der Antisemitismus noch immer besitzt. Die Gefahr, in der Juden leben, ist allgegenwärtig. Mit…

1 min.
pu‘uhonua o hōnaunau

GRIMMIG UND FURCHT EINFLÖSSEND schauen die beiden hölzernen Gestalten an der Ostküste Hawaiis drein, aus gutem Grund: Sie bewachen Hōnaunau, einen magischen Zufluchtsort. Einer uralten hawaiianischen Tradition gemäß fanden hier geschlagene Krieger und Gesetzesbrecher Unterschlupf, die vogelfrei waren und denen die Todesstrafe drohte. Priester sprachen sie von ihren Sünden frei und gaben ihnen eine zweite Chance, sodass sie rehabilitiert in die Heimat zurückkehren konnten. Die beiden Holz-Wächter, sogenannte Ki‘i, stellen die Götter Kāne und Kanaloa dar, in der Mythologie Hawaiis die Götter der Schöpfung und des Lebens.…

1 min.
anflug auf die macht

Einen noch prominenteren Landeplatz gibt es wohl nirgends auf der Welt: Am 14. Juli 1911 steuert Pilot Harry Atwood seinen Doppeldecker – eine Burgess Model F, genannt „Motte“ – direkt auf das Weiße Haus zu. Es ist das große Finale einer spektakulären Flugreise, denn Atwood ist 14 Tage zuvor in Boston gestartet und hat gut 927 Kilometer zurückgelegt – Rekord. Gegen 14.40 Uhr fliegt der 27-jährige Heißsporn knapp über die Bäume und die Fontäne des Bassins auf der Südseite des Weißen Hauses. Dann kommt die Maschine zwischen einigen Sträuchern auf dem Rasen auf, rumpelt ein Stück gen Regierungssitz – und bleibt neun Meter vor Präsident William Howard Taft stehen, der den Flugpionier bereits erwartet. Die versammelte Menschenmenge applaudiert, dann verleiht der Präsident Atwood einen Orden, bevor der Pilot wieder abhebt:…

2 min.
falsch meldung

CHEFREDAKTEUR Ben Bradlee und sein Stellvertreter, der Starreporter Bob Woodward, sind begeistert: Sie haben eine Bewerberin mit großem Talent, ausgezeichnetem Uniabschluss und erstklassigen Referenzen. Sie stellen die 25-jährige Afroamerikanerin Janet Cooke bei der angesehenen „Washington Post“ Anfang 1980 ein. Nur wenige Monate später präsentiert sie eine sensationelle Story: das Schicksal eines drogensüchtigen Kindes, das mitten in der US-Hauptstadt lebt. „Sie erzählte alles ganz entwaffnend. Es war so persönlich, so dramatisch, so knallhart“, erinnert sich Woodward später, einer der Enthüller des Watergate-Skandals. Über die Identität des Jungen wird Stillschweigen vereinbart und sein Name anonymisiert. Am 28. September 1980 erscheint Cookes Geschichte auf der Titelseite. Schon der erste Satz erschüttert: „Jimmy ist acht Jahre alt und ein Heroinabhängiger der dritten Generation, ein frühreifer kleiner Junge mit rotblondem Haar, samtig braunen Augen und Nadeleinstichen, die…

1 min.
harpyien

WAS SAGT DIE LEGENDE? Harpyien sind Gestalten aus der griechischen Mythologie. Die Dämonen der Sturmwinde sind gewaltige Greifvögel mit Frauenköpfen, die auch schon mal ein Kind rauben. Ihr Name bedeutet so viel wie „Reißer“ oder „Raffer“. Ihre Basis ist eine Höhle auf Kreta. Zu den Harpyien gehören die verwunschenen Schwestern Aello, Okypete, Podarge und Kelaino. Ihre Aufgabe: Sie müssen Menschen töten, die bei Zeus in Ungnade gefallen sind. Und außerdem die Seelen der Toten in die Unterwelt tragen. WIE WURDE SIE ÜBERLIEFERT? Sie kommen u. a. bei Homer vor, in der Argonautensage, beim Römer Vergil, in Dantes „Inferno“, Shakespeares „Sturm“ und in „Game of Thrones“. In frühen Darstellungen sind sie schöne Frauen mit gelocktem Haar, später einfach nur hässlich (Bärenohren, Wolfszähne usw.). Eine aparte Harpyie ziert das Wappen des Landkreises Aurich, übernommen von…

3 min.
tod im palast

Sie standen an der Spitze des Römischen Imperiums und geboten über ein gewaltiges Heer, doch vor Verschwörungen schützte ihre Macht sie nicht: Immer wieder mussten die Kaiser Attentate und Usurpationen fürchten. Der Historiker Lukas Jansen untersucht für seine Doktorarbeit das Verhältnis zwischen den Herrschern und der römischen Machtelite in der frühen Kaiserzeit (14 bis 117 n. Chr.) Anhand von Quellentexten und Inschriften analysiert er die Rolle von Vertrauen und Misstrauen im alten Rom. Wie gefährlich lebten Roms Kaiser? Ziemlich gefährlich: Im Zeitraum zwischen 14 und 117 n. Chr. erhoben sich sieben Usurpatoren gegen den jeweiligen Kaiser, dazu kamen 50 bis 60 überlieferte Verschwörungen. Im Schnitt kam es alle zwei Jahre zu brenzligen Situationen wie Attentatsversuchen. Den Kaisern musste immer klar sein, dass sie jederzeit gestürzt werden konnten. Für sie war der größte…