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Culture & Literature
P.M. HISTORY

P.M. HISTORY 11/2020

"P.M. HISTORY ist das vielseitige, lebendige Geschichtsmagazin, das seriös und verständlich informiert, glänzend unterhält und immer wieder überrascht. P. M. HISTORY bietet packende Lesestücke aus allen Epochen – eben die besten Geschichten aus der Geschichte – übersichtlich im Inhaltsverzeichnis in einem Zeitstrahl chronologisch geordnet. P. M. HISTORY konzentriert sich nicht auf ein geschichtliches Thema pro Heft, sondern bietet in jeder Ausgabe eine Fülle von Themen. In jeder Ausgabe von P. M. HISTORY gibt es einen Großen Sonderteil, der sich ausführlich einem geschichtlichen Thema widmet. Das können sowohl historische Persönlichkeiten als auch bestimmte Epochen oder Ereignisse sein. Faszinierende Reportagen, Interviews z.B. mit bekannten Autoren oder Wissenschaftlern sowie Empfehlungsseiten für Bücher und Filme runden das redaktionelle Angebot ab."

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Country:
Germany
Language:
German
Publisher:
DPV Deutscher Pressevertrieb
Frequency:
Monthly
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12 Issues

in this issue

2 min.
aus menschen wurden weltmarken

LIEBE LESERIN, LIEBER LESER, es war nicht der beste Ort für eine Fabrik, den sich Friedrich Harkort im Jahr 1819 für seine „Mechanischen Werkstätten“ aussuchte. Aber das Grundstück auf einem Berg oberhalb der Ruhr war wohl recht billig. Niemand hatte noch eine Verwendung für die Burgruine, die dort thronte. Eine Fabrik, nun, das war eine ganz andere Sache. Damit ließ sich Geld verdienen! Also stieg Harkort in die Dampfmaschinenproduktion ein. Und seine Fabrik, eine der ersten im gesamten Ruhrgebiet, wurde zu einer Keimzelle der Industrialisierung. Der Maler Alfred Rethel hat die Anlage um 1834 gemalt. Es ist eines meiner Lieblingsbilder, weil in ihm das Alte und das Neue so wunderbar aufeinanderprallen: Mittelalter und Moderne, Bergfried und Schornstein. Und weil es uns daran erinnert, dass das Ruhrgebiet nicht immer schon eine industrielle…

1 min.
kappadokien

WIE BIZARRE SKULPTUREN muten die Felsen an. Es sind Kunstwerke der Natur, über Millionen Jahre geschaffen aus Lava, Wasser und Wind. Versteckt unter den Steinformationen, befindet sich ein verborgenes Reich: Wohl schon in der Bronzezeit haben Menschen angefangen, in Kappadokien Höhlen in den weichen Tuffstein zu graben. Ab dem 4. Jahrhundert ließen sich Christen in der Region nieder, die in den Felsen ganze Städte mit Zisternen und Belüftungsschächten unter der Erde schufen. Die Siedler schlugen zudem Tausende Höhlenkirchen in den Tuffstein, die bis heute vom mühevollen Leben in den Felsen zeugen.…

1 min.
ein ständchen für kühe

Eigentlich tritt die Jazz-Gruppe The Ingenues, eine der ersten international erfolgreichen reinen Frauen-Bands, vor Hunderten Zuschauern in Revue-Theatern auf. Anfang August 1930 aber haben die Musikerinnen den wohl außergewöhnlichsten Auftritt ihrer Karriere: in einem Kuhstall in Madison im US-Bundesstaat Wisconsin. Die hiesige Universität hatte die Frauen für ein Experiment eingeladen: Regt Musik Kühe an, mehr Milch zu geben? Damals zählt Wisconsin zu den wichtigsten Milchproduzenten der USA, deshalb forscht die Uni in Sachen Produktivitätssteigerung. Die zwölf Damen geben ihr Bestes, allein: „Die Kühe waren zu überrascht vom ungewöhnlichen Genuss, um in der erwarteten Weise zu reagieren“, berichtet die Lokalzeitung. Tatsächlich versuchen in den folgenden Jahrzehnten Forscher immer wieder, hinter den Musikgeschmack von Kühen zu kommen – bislang ohne eindeutige Ergebnisse.…

2 min.
falsch meldung

KUBA IM JAHR 1959: Der Revolutionär Fidel Castro übernimmt die Macht auf der Karibikinsel – zum Unmut von Konterrevolutionären, katholischen Geistlichen und den USA. Durchaus zu Recht fürchten die Vereinigten Staaten weitere Volksaufstände in Lateinamerika. Deshalb wollen US-Geheimdienstler Kuba von den Kommunisten „befreien“. In einem Memorandum hält US-Staatssekretär Lester D. Mallory am 6. April 1960 fest, es gebe nur ein Mittel, um Castro zu stürzen: „mittels Enttäuschung und Unzufriedenheit aufgrund wirtschaftlicher Mängel und wirtschaftlichen Elends“. Um Stimmung gegen das Regime zu machen, verüben die USA Sabotageakte. Zu einem der ersten zählt die Propagandaaktion „Operation Peter Pan“, die Ende 1960 anläuft: Der mutmaßlich von der CIA finanzierte Kurzwellensender Radio Swan bringt auf der Insel das perfide Gerücht in Umlauf, Castro wolle Eltern ihre Kinder entreißen und zur kommunistischen Gehirnwäsche in die Sowjetunion…

1 min.
eldorado

WAS SAGT DIE LEGENDE? Eldorado ist ein geheimnisvolles Land, in dem es Gold und Edelsteine im Überfluss gibt. Es liegt irgendwo in Südamerika, nur kann leider niemand den genauen Ort benennen. Bewacht werden die Schätze von einem Häuptling, der über und über von Goldstaub bedeckt ist: „el indio dorado“, wie ihn die Spanier nennen. Die Kurzform „el dorado“ geht von ebenjenem goldenen Mann auf eine mythische Stadt und schließlich auf ein ganzes Land über. Wer es findet, der soll all seiner Sorgen enthoben sein. WIE WURDE SIE ÜBERLIEFERT? Um 1531 erfährt der Gouverneur der Provinz Venezuela, der Deutsche Ambrosius Dalfinger, Verheißungsvolles: Den Rio Magdalena aufwärts liege ein Gebiet, so die Indios, in dem es mehr Gold gebe, als seine Männer tragen könnten. Auch andere Europäer erhalten Hinweise auf Goldvorkommen im Hochland des späteren…

2 min.
könige in geldnot

Sie führten ein Leben auf Pump: Im Spätmittelalter finanzierten Monarchen ihre Herrschaft zunehmend mit Krediten. Der Mittelalterhistoriker PD Dr. Mathias Kluge untersucht den königlichen Finanzhunger im Heiligen Römischen Reich des 15. Jahrhunderts. In seiner Studie wertet er Schuldurkunden, Chroniken, Korrespondenzen und Akten königlicher Finanzberater aus. Warum waren die Monarchen des 15. Jahrhunderts notorisch klamm? Verprassten sie ihr Geld einfach? Das Bild vom verschwenderischen König, der in Saus und Braus lebt, ist ein altes Vorurteil, das pauschal so nicht stimmt. Natürlich verfolgten die Herrscher ihre eigenen, teilweise kostspieligen Vorlieben. Man muss aber auch sagen: Im 15. Jahrhundert brauchten die Monarchen mehr Geld als je zuvor in der Geschichte. Warum das? Die Politik des Heiligen Römischen Reiches wurde immer komplexer. Die römisch-deutschen Kaiser verteidigten als Oberhäupter der westlichen Christenheit ihren Herrschaftsanspruch gegen die Osmanen und Reformatoren.…