Kann man einer der bisher schlimmsten Umweltkatastrophen des 21. Jahrhunderts etwas Gutes abringen? Man muss es sogar, findet Martha Agbani. Also hat die Sozialarbeiterin aus Nigeria begonnen, Pflanzen zu züchten. Genauer: Mangroven. Das sind jene salzwassertoleranten Bäume, deren Wurzeln je nach Gezeitenlage mal mehr, mal weniger vom Wasser umspült sind und so Lebensraum bieten für unzählige Krabben, Fische und Muscheln.
Im Nigerdelta rund um die Stadt Port Harcourt, wo Agbani wohnt, bedecken Mangrovenwälder Zehntausende Hektar Land. Es ist ein einzigartiges Ökosystem, in dem nicht nur besonders viele Tierarten leben, sondern das auch bis zu fünfmal mehr CO2 bindet als andere Wälder. Doch der Bestand schrumpft dramatisch. Denn seit der Shell-Konzern und andere Öl-Firmen in den 1950er-Jahren die Gegend als Förderstätte entdeckt und im großen Stil erschlossen haben, sickert immer wieder…
