Die Angst ist wieder da, die Abwehr, das Misstrauen. „Das sind Deutsche, die sind vom deutschen Fernsehen“, sagt einer der jungen Polizisten, die uns den Weg versperren, zu seinem Kollegen. Der Satz trifft mich unvorbereitet. Der Mann schaut mir direkt ins Gesicht. Ausdruckslos, nicht feindselig. Aber voller Fremdheit, mit diesem Pokerface, das nichts verraten soll. Er kann ja nicht wissen, dass ich Polnisch gelernt habe, als ich 2001 das erste Mal hierher kam. Weil ich dieses Polen begreifen wollte, Menschen wie ihn, die mir damals so weltoffen und fröhlich entgegenkamen, dass mir selbst ihre sonst so schwere Sprache ganz unerwartet leicht fiel. Ihr Polen erschien mir am Ende vertraut und nah, als ich es 2004 nach dem EU-Beitritt verließ, voller Zuversicht.
Aber jetzt, nur knapp 14 Jahre später, bin ich…
