To capture. So heißt das englische Verb für erfassen, einfangen, erobern. Und genau das machen sie hier in Tübingen: Sie fangen Menschen ein, vermessen ihre Körper, ihr Denken, um alles nachzuahmen, digital. An diesem Abend wird Lisanne Hummel eingefangen – von einem gigantischen Scanner in der gigantischen „Capture Hall“. Jede Faser ihres Körpers.
Unten, im Neckartal, da liegt das alte Tübingen. Fachwerk, Studenten, der Hölderlinturm, „Unsterblichkeit, du bist, du bist.“ Ein Geranienidyll mit dem grünen Oberbürgermeister Boris Palmer an der Spitze.
Oben, auf der Waldhäuser Höhe, da residiert das neue Tübingen: das Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme. Fünf Obergeschosse mit Teleskopkuppel auf dem Dach. 2017 haben sie den 46-Millionen-Euro-Bau eröffnet. Die anthrazitfarbene Fassade wirkt ein wenig düster, doch tatsächlich ist dieses Institut ein Leuchtturm. Die Forscher ragen heraus, in Deutschland, in…