Als wir, die Babyboomer, jung waren, kamen Setzkästen in Mode. Die Druckereien rangierten sie aus, als Computer die Bleilettern ersetzten. Wir hängten sie an die Wände und befüllten sie mit allem, was nur klein genug war,um reinzupassen. Gerhard Henschel zu lesen ist, als würde man auf einen vollgestopften Setzkasten blicken und wieder auf Buchstaben stoßen, Buchstaben,die wunderbare Sätze formen und Alltag zu Literatur werden lassen. Wenn Henschel aus dem Setzkästchen plaudert, ist nichts zu klein, um nicht Teil einer großen Geschichte zu sein.
Und weil der Schriftsteller und Satiriker so detailreich beschreiben kann, wie wir fühlten, dachten, lachten, was wir aßen, trugen und ertrugen, wurde er zum Chronisten derer, die heute als Boomer belächelt werden. Dabei waren wir mal viel cooler. Kann man nachlesen bei Henschel. Der archiviert alles, was…