art Magazin

art Magazin 05/2021

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ART ist Europas größtes Kunstmagazin und Marktführer im Segment der Kunstzeitschriften. Dabei vereint das Magazin die wichtigsten Highlights aus dem klassischen Kunstbereich mit jungen, zeitgenössischen Themen aus Fotografie, Design und Videokunst und führt kompetent durch das aktuelle Kunstangebot. ART inspiriert und versteht Kunst als wichtigen Anreger in unserer Gesellschaft. Die Grenzen der aktuellen Kunst zu Mode, Design, Musik und Architektur sind fließend.

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País:
Germany
Língua:
German
Editora:
DPV Deutscher Pressevertrieb
Periodicidade:
Monthly
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12 Edições

nesta edição

2 minutos
digitaler kaufrausch im lockdown-koller

LIEBE LESERIN, LIEBER LESER, als der mit allen Wassern gewaschene Sammler Harald Falckenberg 2015 seine Neuerwerbungen in seinen Hamburger Hallen präsentierte, lieh er sich weise den Ausstellungstitel von einem Bild des Chefironikers Martin Kippenberger: »Selbstjustiz durch Fehleinkäufe«. Falckenberg kennt wie jeder Kunstkäufer die gemischten Gefühle, die es auslöst, wenn man für ein paar Striche auf einem Blatt Papier riesige Summen hinblättert, die zu Materialwert und Arbeitsaufwand in keinerlei Beziehung stehen und von denen man nicht weiß, ob sie beim Wiederverkauf jemals wieder zu erzielen sind. Hat man gerade das Geschäft seines Lebens gemacht, oder ist man mal wieder der nützliche Idiot gewesen, an dem sich Galerie und Künstler goldene Nasen verdienen? Beim aktuellen Boom der NFTs (einfache Erklärung des komplizierten Phänomens von Eigentumsrechten an verschlüsselten Daten auf Seite 122 in diesem…

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betreff: art

Atelierbesuche haben immer etwas Magisches, weil man dort Künstlern und der Kunst besonders nahekommt. Und vielleicht sogar Werke entdeckt, die noch nie im Licht der Öffentlichkeit standen. Fotografin Verena Brüning fühlte sich bei ihrem Besuch bei Karin Sander wie in einer Wunderkammer voller Überraschungen. Die deutsche Bildhauerin und Konzeptkünstlerin, die gerade eine große Ausstellung in Tübingen vorbereitete, nahm sich für das Shooting extra viel Zeit. In ihrem lichtdurchfluteten Berliner Atelier – einem Neubau des Architekturbüros SAUERBRUCHHUTTON – packte sie Arbeiten extra wieder aus, darunter auch fragile Glasobjekte, die wie flüssige Lava über Tischkanten fließen, und arrangierte sie so im Raum, dass sich wunderbare Lichtreflexe ergaben. Als die Fotografin ihre Kamera nach zwei Stunden wieder in der Tasche verstaut hatte, fiel der Künstlerin noch etwas ein, dass sie unbedingt zeigen wollte.…

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radar

Großer Aufriss La Ferita, die Wunde, heißt die 28 mal 33 Meter messende Fotocollage auf der Renaissance-Fassade des PALAZZO STROZZI in Florenz. Der für bildgewaltige Großaktionen im Stadtraum bekannte französische Künstler JR reißt hier bildlich die Mauer auf, die uns immer noch von Kunst und Kultur trennt, denn Museen, Galerien, Theater, Opern, Konzerthäuser sind weltweit wegen der Pandemiebeschränkungen geschlossen. JR legt in illusionsverliebter Trompe-l’oeil-Technik den Blick frei auf einige florentiner Schätze: ganz oben die Renaissance-Bibliothek des Palazzos, darunter Botticellis Meisterwerke Frühling und Geburt der Venus, die in den UFFIZIEN hängen. La Ferita markiert zugleich den Start des »Palazzo Strozzi Future Art Programme«, das jährlich eine Kunstkommission im Stadtraum von Florenz umfasst. Kuppelkunst gegen Kriminalität Wie bunte Perlen sehen diese Bauten an der Küste der iranischen Insel Hormus aus der Vogelperspektive aus. Es ist…

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kunst für eine bessere welt

Sie benutzen die gleichen Werkzeuge wie ihre Vorgänger vor Hunderten von Jahren, die Steinbildhauerinnen und Steinbildhauer und Steinmetzinnen und Steinmetze der Dresdner Zwingerbauhütte. Das ist keine Nostalgie, sondern eine Notwendigkeit, die das Handwerk mit sich bringt. Nur selten lässt sich die Weitergabe von Spezialwissen so gut nachvollziehen wie am Beispiel der europäischen Bauhütten. Stolz auf diese Tradition wandten sich die Dombauer an die UNESCO: Als immaterielles Weltkulturerbe wollten sie gelistet werden auf Augenhöhe etwa mit dem Anbau von Damaszenerrosen in Syrien, den indischen Yogapraktiken oder dem italienischen Geigenbau in Cremona. Der Vorstoß war erfolgreich, und so wurden 18 Bauhütten aus fünf Ländern im Dezember 2020 in das »Unesco-Register Guter Praxisbeispiele« aufgenommen – darunter Ulm, Freiburg, Trondheim, Wien, Straßburg und Köln. Innerhalb der Dombauhütten nimmt die Steinwerkstatt am Dresdner Zwinger eine Sonderrolle…

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kunst aus dem off

Es gibt den Langstreckengleiter, den Drachenflieger, den Pfeil oder die Schwalbe – die Techniken des Papierfliegerfaltens sind zahlreich. Seit Generationen versuchen Kinder und Erwachsene die Konstruktion des papiernen Flugkörpers zu verfeinern, um seine Flugbahn zu optimieren. Harry Everett Smith, ein Protagonist der Beat Generation, war von den Eigenheiten der Papierflieger fasziniert. Er sammelte sie auf den Straßen New Yorks und fand eine Vielzahl von Erscheinungsformen. Nicht nur die Methoden des Knickens unterscheiden sich, auch das Material ist sehr unterschiedlich: Flyer, Schmierzettel, Rechnungen oder Zeitungsseiten sind darunter. Aufgedruckte Designs und Alterungsspuren machen die Fundstücke zu historischen Artefakten. Smith (1923 bis 1991) war Maler und Filmemacher und betrachtete sich selbst vor allem als Anthropologe. Bekannt wurde er mit der legendären Anthology of American Folk Music, einer Kollektion von Blues-, Folk- und Country-Aufnahmen aus…

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aktuell überschätzt

Eine Handtasche für mehrere Zehntausend Dollar gehört zu den absurderen Blüten des Kapitalismus. Wer eine Birkin Bag der Marke Hermès sein Eigen nennt, besitzt eine Kapitalanlage und eines der größten Statussymbole, die die Modewelt zu bieten hat. Das kann man bewundern oder pervers finden. In jedem Fall ist es ein Thema für konsumkritische Künstler – zumal es im Kunstbetrieb bisweilen ähnlich zugeht und Preise nicht von der Qualität eines Werks abhängen, sondern vom Ruf des Künstlers als Goldesel. Genau wie die meisten Kunstwerke wird eine Birkin Bag von Hand gefertigt, und weil diese Herstellung aufwendig ist, muss man auf ein Exemplar oft jahrelang warten. Dem Künstlerkollektiv MSCHF aus Brooklyn ist es dennoch gelungen, mehrere Exemplare zu erstehen, nicht etwa, um sich am Design zu erfreuen, sondern – Achtung: Tabubruch – um…