Arte & Arquitectura
Baumeister

Baumeister

06/20

BAUMEISTER stellt die komplexe Arbeitswelt von Architekten dar und zeigt Architektur in ihrer ganzen Emotionalität und Faszination. Spannendste Architekturprojekte, herausragende Innenarchitektur und Designinnovationen sowie Interviews mit den wichtigsten Köpfen der Branche. In vor Ort recherchierten Reportagen und exklusiven Essays werden die zentralen Fragen der Architekturwelt thematisiert.

País:
Germany
Língua:
German
Editora:
Georg D.W. Callwey GmbH & Co. KG
Ler Mais
COMPRAR EDIÇÃO
7,12 €(IVA Incl.)
ASSINATURA
71,25 €(IVA Incl.)
12 Edições

nesta edição

2 minutos
editorial

Langsam kehren alle ins Büro zurück. Noch vor Wochen erschien dieser Ort fast paradiesisch: War es nicht ein wunderbares Gefühl, dass alle im selben Boot sitzen statt einsam zu Hause im Hamsterrad zu treten? Andere Menschen mit anderen Themen, Ideen und Sorgen zu treffen – zusammen arbeiten? Klar, tatsächlich haben wir uns im Großraum die Ohren zugestöpselt, die Mütze tiefer ins Gesicht gezogen oder sind auf der Suche nach einem ruhigen Eck durchs Haus gewandert... In einem übergeordneten Sinn meinte der Soziologe Armin Nassehi kürzlich in einem Interview in der „Zeit“, „wir sehnen uns gerade zurück nach den normalen Steuerungsproblemen einer modernen Gesellschaft“. Dieses Heft stellt vier Beispiele mit offenen Bürokonzepten vor. Die Unternehmen hatten klare Vorstellungen zu ihrer Arbeitswelt: kommunikativ, aber nicht zu laut, kostengünstig und trotzdem nicht spartanisch, flexibel,…

1 minutos
ein bild

Venedig im Frühjahr vor dem Biennale-Ausstellungsgelände Arsenale: In „normalen“ Zeiten hätte das Bild ganz anders ausgesehen. Links würden erhitzte deutsche Familien unter Sonnenschirmen ihr Vanilleeis schlecken. Rechts würde eine arabische Superyacht den Blick aufs Wasser versperren. Und in der Mitte wären die Steinplatten unter den Sandalen nordamerikanischer Touristen oder den chinesischen Markenhandtaschen eines schwarzafrikanischen Straßenhändlers gar nicht zu sehen. Von dieser Quintessenz unserer globalisierten Welt ist plötzlich keine Spur mehr. Noch gehen die Venezianer vorsichtig aus, kaufen ein, joggen und erkennen endlich, wie wenige sie eigentlich sind. Einige meinen, dass nichts je wieder so wird, wie es war. Doch keiner hat eine konkrete Zukunftsidee für diese eigenartige Stadt, die heute fast ausschließlich vom Tourismus und Kunsthandel lebt. Hoffentlich wird sich die Architekturbiennale, die Ende Mai eröffnen sollte, auch mit dieser Frage…

10 minutos
die neue gelassenheit

BAUMEISTER: Worum geht es in Ihrem Konzept für Venedig? OLAF GRAWERT: Darum, wie wir zusammenleben und welche Rolle Architektur, Architektinnen und Architekten in Zukunft spielen werden. Wir springen dafür in eine nahe Zukunft, in das Jahr 2038. Von dort blicken wir zurück und erzählen, wie es zu dieser Zukunft gekommen ist. Wichtig dabei ist die zeitliche Nähe zur Gegenwart – 18 Jahre, das ist ein Erwachsenwerden. Es ist also eine Zukunft, die uns aufgrund ihrer zeitlichen Nähe unmittelbar betrifft. Wir zeigen die entscheidenden Ereignisse und Entscheidungen, die notwendig waren, damit es gerade noch mal gutgegangen ist. Es ist eine positive Zukunft, die behauptet: „2038 – es ist noch einmal alles gut gegangen“. B: Wie sieht das konkret aus? OG: Wir zeigen Filme und erzählen Geschichten, in denen unterschiedliche Protagonisten zu Wort kommen und…

6 minutos
altbewährtes neu gedacht

Das Büro von Pedevilla Architects befindet sich im historischen Zentrum der Südtiroler Kleinstadt Bruneck – normalerweise. Denn zum Zeitpunkt unseres Telefongesprächs arbeiten Armin und Alexander Pedevilla und ihre acht Mitarbeiter bedingt durch die Covid-19-Ausgangsbeschränkungen jeweils zu Hause, was mit laufender Abstimmung auch sehr gut funktioniert. Und doch kann es nur eine zeitlich befristete Lösung sein, da die Arbeit im Team ein wesentlicher Grundgedanke der Architekten ist. Ihre derzeitigen Projekte umfassen Bauten und Wettbewerbe unterschiedlicher Größenordnung in Südtirol, Österreich und Deutschland, darunter Pflegeheime, Hotels, Gewerbebauten, Restaurants, Schulbauten, Kindergärten, Wohnhäuser und vieles mehr. Armin und Alexander Pedevilla reizen insbesondere Themen und Aufgaben, die vollkommen neu für sie sind. Sie sind ständig auf der Suche nach innovativen Lösungen und einem klaren Konzept, dabei hat ein starker Bezug zu regionalen Bauweisen ebenso viel Bedeutung wie…

6 minutos
digitales treibhaus

Ganz versteckt im 13. Arrondissement liegt nahe der Gare d’Austerlitz und der Bibliothèque National ein neuer Hotspot für Start-ups: die „Station F“. Entlang der Bahntrasse erstreckt sich die einstige Frachthalle auf 310 Metern Länge und wirkt dennoch fast klein im Vergleich zu den ausladenden Bürokomplexen und Hochhäusern ringsum. Schon die vollständig verglasten Giebelseiten geben Einblick in die Bürolandschaften der jungen Gründerszene: Drinnen herrschte in der von einem außergewöhnlich leichten Betonschalendach überspannten Halle zum Zeitpunkt des Besuchs in Vor-Corona-Zeiten eine sehr geschäftige und zugleich angenehm entspannte Atmosphäre – und so wird es künftig hoffentlich auch nach der Covid-19-bedingten Schließung in diesem Frühjahr auch wieder werden. In der lichterfüllten Mittelachse, der „Esplanade“, trifft man sich zu informellen Gesprächen, drei galerieartige Ebenen bieten Open-Space- und Co-Working-Flächen, in containerartigen Boxen finden Präsentationen und Besprechungen statt. Auf…

1 minutos
kleine werke setz dich!

Die Biene Maja, Borussia Dortmund – oder für unsere Schweizer Leserinnen und Leser der BSC Young Boys – und Whiz Kalifa (Ohrwurm garantiert!): Das sind alles Dinge, die einem durch den Kopf schießen, wenn man die schwarz-gelben Quader betrachtet, die den Vorplatz der Linzer Kunstuniversität seit Neuestem verschönern. Der US-amerikanische Rapper Whiz Kalifa etwa besingt mit Black and Yellow sein geliebtes Auto – und damit indirekt seine Heimatstadt Pittsburg, deren offizielle Farben Schwarz und Gold sind. Die schwarz-gelben Streifen von Insekten haben allerdings ganz triftige Gründe: Die Farbgebung ist eine Warnung an potenzielle Feinde und signalisiert Gefahr. Ein Signal sollen auch die 60 Betonquader vor der Kunstuniversität Linz senden: Achtung, hier passiert was! Das war die Intention der Wiener Caramel Architekten, die mit den neuen Sitzgelegenheiten die Sichtbarkeit der Uni…