Es gehört zu den Tragödien eines Bürgerkriegslandes wie Somalia, dass die, die dort für Aussöhnung kämpfen, ihre Stärke aus Verlusten ziehen. Für Ilwad Elman, 31, gilt das in doppeltem Maße. 1996 wurde ihr Vater, der Friedensaktivist Elman Ali Ahmed, in der Hauptstadt Mogadischu ermordet; 2019 ihre Schwester Almas, Friedenskämpferin wie ihr Vater, auf dem Rücksitz eines Autos, am selben Ort.
Wer die Täter sind, konnte in beiden Fällen nicht ermittelt werden; dass es politische Morde waren, steht außer Frage. Almas Elman arbeitete für das „Elman Peace and Human Rights Center“, die größte Friedensorganisation des Landes, das Ilwad und ihre Mutter Fartuun Adan leiten. Es hilft Kindersoldaten, wieder in den Alltag zurückzufinden, unterstützt Frauen rechtlich und psychologisch, die Zwangsheirat und Vergewaltigung erlebt haben, und bildet weibliche Führungskräfte aus. Es ist eine…
