Was hatten wir hier oben im Norden für einen großartigen Frühsommer. Warm, sonnig und die Natur so üppig und strotzend wie kaum einmal in den vergangenen Jahren. Umso beeindruckender nach diesem Winter, der bis in den April währte. Doch dann! Die Blätter schossen aus den Zweigen, Fliederbüsche formten riesige lila Wolken, die Kastanien zündeten Kerzenmeere, und die Rubinien haben in den Straßen Teppiche aus Blütenblättern ausgelegt. Der Effekt, den die Natur auf den Menschen hat, erschließt sich inmitten solcher Wonne ganz intuitiv. Dass er auch messbar ist, hat der amerikanische Architekturprofessor Roger Ulrich bereits in den achtziger Jahren in einer bahnbrechenden Studie dargestellt. Ulrich beobachtete zwei Gruppen von Patienten nach einer bestimmten Operation und stellte fest, dass diejenigen, die von ihrem Krankenhausbett Bäume sahen, sich schneller erholten, weniger Komplikationen hatten…
