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Als Angela Merkel am Wahlabend die Bühne des Konrad-Adenauer-Hauses betrat, wurde sie mit „Angie, Angie“-Sprechchören frenetisch bejubelt, als hätte sie ihrer Partei gerade die absolute Mehrheit gesichert. Dabei hatte sie mit 32,9 Prozent das schlechteste Unionsergebnis seit 1949 eingefahren. Nicht nur mich hat das befremdet. Viele in der Union sind schwer irritiert über diese Kanzlerin, die offenkundig mit einem stoischen „Weiter so“ in ihre vierte Amtszeit gehen will – Hauptsache, regieren. Ein ehemaliger CDU-Grande fühlte sich regelrecht „abgestoßen“ von den Bildern aus dem Adenauer-Haus. Seine Diagnose: „Die leben in einer Parallelwelt.“ Das alles erinnert nicht nur mich an den späten Helmut Kohl. Dabei wollte Angela Merkel nie so enden wie der Kanzler der Einheit, dem es zum Schluss nur noch um den puren Machterhalt gegangen war. Meine Kollegen Andreas Hoidn-Borchers…
Das Beste, was ich je zur Analyse der SPD gelesen habe. Schonungslos zutreffend!Heidi Sassenroth-Höfler, Brühl Vier Verlierer stern Nr. 40/2017, „Das Beben“ – Deutschland nach der Wahl Eine Jamaika-Koalition wird unweigerlich zu einer Stärkung der AfD führen. Eine Politik, wie die Wähler der AfD sie sich wünschen, ist mit dieser Koalition niemals zu machen. Man wird auch keine vier Jahre durchhalten, denn zu groß sind die Kompromisse, die auf allen Seiten einzugehen sind. Letzten Endes wird es vier Verlierer und einen Gewinner geben. Und der heißt AfD. Leider! Stephan Bredan, via Facebook Schlichte Dämonisierung Die Stärke der AfD ist bemerkenswert, denn noch gibt es in Deutschland keine Wirtschaftskrise. Bemerkenswert ist aber auch die Arroganz etablierter Politiker, die meinten, sie hätten genug Autorität, um mit schlichter, durchsichtiger Dämonisierung („Populisten, Nazis“) diese…
Deutschland lebt in goldenen Zeiten. Die Arbeitslosigkeit wurde seit 2005 halbiert. Mehr als 44 Millionen Menschen sind erwerbstätig, nie waren es so viele. Das Beschäftigungsbarometer des Münchner Ifo-Instituts ist auf ein Allzeithoch geklettert. Die Wirtschaft wächst, stärker als erwartet. Der Export boomt. Die Staatsschulden sinken – im ersten Halbjahr um 60 Milliarden Euro. Wegen der Flüchtlinge wurden weder Steuern noch Sozialabgaben erhöht. Und doch sind viele wütend, ängstlich, mäkelig. Die Regierungsparteien brachen bei der Wahl um fast 14 Prozent ein. Gehtʼs noch kurioser? Das ist ungefähr so, als hätte ein Dax-Konzern Umsatz und Gewinn auf Rekorde getrieben, während der Aktienkurs an der Börse auf den tiefsten Stand aller Zeiten absackt. Dieses Unternehmen, keine Frage, hat ein Kommunikationsproblem. Kommunikationschef der Regierung, die auf Nachkriegsniveau stürzte, ist Steffen Seibert. Für mich ist…
Eine Mehrheit der Bundesbürger setzt auf ein Regierungsbündnis aus Union, FDP und Grünen. Damit wird auch die Entscheidung der SPD respektiert, nach ihrer deutlichen Wahlniederlage künftig die Opposition im Bundestag anführen zu wollen. Eine Fortsetzung der Großen Koalition aus Union und SPD wünscht sich nur noch etwas mehr als ein Viertel. Die meisten Deutschen erwarten jetzt von CDU, CSU, FDP und Grünen, dass sie sich auf eine Jamaika-Koalition verständigen – notfalls auch mit harten Kompromissen. Falls die Verhandlungen etwa an der von der CSU geforderten Obergrenze für die Aufnahme von Flüchtlingen scheitern sollten, würden das sogar überdurchschnittlich viele CSU-Wähler der eigenen Partei übel nehmen. Selbst wenn Jamaika nicht zustande käme, würden über 50 Prozent der Deutschen lieber Neuwahlen in Kauf nehmen als eine weitere Große Koalition, die mehrheitlich bloß von…
Silvio Berlusconi ist gerade 81 Jahre alt geworden – und bereitet offensichtlich seine Rückkehr in die Politik vor. Eine Strafe verbietet ihm jedoch, bis 2019 für öffentliche Ämter zu kandidieren. Was will er also tun? Er schmiedet nun zunächst an einer Versöhnung seiner Forza Italia mit der populistischen Lega Nord. Laut Umfragen käme Mitte-Rechts bei den Parlamentswahlen im Frühjahr auf 35 Prozent. Berlusconi hofft außerdem, dass der Europäische Gerichtshof das Verbot gegen ihn aufhebt. Dann stünde seiner Kandidatur nichts mehr im Weg. Nach „Bunga Bunga“, Steuer- und anderen Skandalen: Haben die Italiener nicht endlich genug von ihm? Die Italiener fühlen sich in der Flüchtlingskrise von der EU im Stich gelassen. Sie leiden unter der schwachen Regierung des Sozialdemokraten Paolo Gentiloni. Da Berlusconi damals mit Zahlungen an Ghaddafi den Flüchtlingsstrom aus…
Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts galt Berlin als Stadt der Subkulturen. Das „Berghain“ der Zwanziger hieß „Eldorado“, rund um den Nollendorfplatz entstand eine weltweit einzigartige Schwulen- und Lesbenszene. Hier verkehrte die Künstlerin Jeanne Mammen, die 1916 bettelarm aus Paris gekommen war (links in ihrem Atelier vor eigenen Skulpturen). In ihren Werken, die die Berlinische Galerie bis 15. Januar zeigt, sind diese Szene und deren schillernde Persönlichkeiten, aber auch andere Milieus wie Weddinger Arbeiterkaschemmen, erhalten geblieben.…