Du kannst ein Held werden, wenn du dieses Duell gewinnst: Torwart gegen Schütze. Wenn du den Ball abwehrst, der wie eine Kanonenkugel auf dich zuschießt, 120 Stundenkilometer schnell und präzise abgefeuert. Wenn du einen solchen Ball hältst, womöglich den letzten und entscheidenden in einem Finale, dann bist du eine Legende, überlebensgroß und unsterblich. Jedenfalls im Handball.
Andreas Wolff, der Torhüter des deutschen Nationalteams, hat im Lauf fast seiner gesamten Karriere auf so einen Moment warten müssen. Und weil der einfach nicht kam in seinem Verein HSG Wetzlar, einer Mittelklassemannschaft ohne Chancen auf einen Titel, jazzte Wolff jedes gewöhnliche Bundesligaspiel zu seinem persönlichen WM-Finale hoch. Er wollte jeden Ball halten, jeden. Das klappte natürlich nie, kein Handballspiel endet zu null, und trotzdem war Wolff oftmals schon nach fünf Minuten so fertig…