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Da stimmt etwas nicht. Trotz aller Bemühungen, ein gesundes und achtsames Leben zu führen, zählt die Lebenserwartung in Deutschland zu den niedrigsten in Westeuropa. Gleichzeitig gehen wir immer häufiger zum Arzt – und sorgen uns insbesondere um unser Herz. So ist etwa die Zahl der Herzkatheteruntersuchungen hierzulande besonders hoch. „Wir gehen nicht gut mit unserem Herzen um“, zitiert mein Kollege Tobias Schmitz den Internisten, Nierenfacharzt und Intensivmediziner Gustav Dobos in unserer Titelgeschichte. (Seite 26) Wir essen viel. Fett. Süßes. Wir bewegen uns nicht genug. Und wir tun zu wenig gegen den Stress. Solange unser Körper funktioniert, blenden wir alle Risiken aus. Bis etwas passiert. Dann gehen wir zum Arzt: Der wird uns schon wieder heil machen. Wie ein Auto in der Werkstatt. Irgendein Medikament oder eine passende OP wird er…
Für das längst überfällige Umdenken ist es wichtig, den Verbrauchern Gewissheit zu verschaffen, dass Bionahrungsmittel ihren Preis wert sind.Willi Böttger, Balge Gesundheitsvorsorge stern Nr. 18/2019, „Sieg der Biobauern“– das blühende Geschäft mit Ökoprodukten Es gibt bei uns Familien, die leichthändig 30 000 Euro für eine Kücheneinrichtung und 60 000 Euro für einen SUV ausgeben – sich aber außerstande sehen, für ihren Vierpersonenhaushalt die Mehrkosten für Biolebensmittel in eigenverantwortliche Gesundheitsvorsorge zu „investieren“. Diethard Mai, Merzhausen Mit Genugtuung stern Nr. 18/2019, „Verkommene Welt“ – der Dieselskandal: Einblicke ins Innerste des VW-Konzerns Dass eine Person wie Martin Winterkorn Urheber einer derartigen Unternehmens-Unkultur ist, kann nur erschüttern, denn eine Führungsfigur eines Weltkonzerns lebt ein unmoralisches geschäftliches Verhalten vor, das unweigerlich von den Untergebenen kopiert wird. Die arrogante Mentalität des „Mir kann niemand etwas anhaben“…
Tierisch ernster Spaß Eigentlich hatten sich Fotograf Henning Ross und Reporter Rolf-Herbert Peters (Mitte, v.l.) auf die Freizeitparks gefreut. Achterbahn fahren, Giraffen streicheln, auf Riesentrampolins springen – das klang attraktiv. Bald stellten sie fest: Spaß kann verdammt anstrengend sein. Die Anbieter fordern im harten Wettbewerb um Kunden Körper und Geist immer raffinierter heraus. Was Parkgäste wirklich wollen und schätzen, hat der stern gemeinsam mit dem Meinungsforschungsinstitut YouGov untersucht. Herausgekommen ist eine Rangliste der besten deutschen Parks – versehen mit dem stern-Qualitätssiegel. (Seite 52) Ein Blick ins Fremde Zu ihrem Fotoprojekt „Die Amischen im Urlaub“ wird Dina Litovsky oft gefragt, wie sie Zugang zu der verschlossenen Gemeinschaft gefunden hat. Ihre Antwort: Es war ganz einfach. So einfach, dass sie selber erstaunt war, wie selbstverständlich sich Alt und Jung fotografieren ließen. Litovskys…
BRASILIEN PROTESTREGEN Sein Blick ist entschlossen, das Wasser lässt ihn kalt. Der Mann steht unter einer Fontäne, die aus einem Brunnen vor einem der Regierungsgebäude in Brasília schießt. Er ist einer von 4000 Menschen, die zu den indigenen Völkern des Landes gehören und für drei Tage in die Hauptstadt gekommen sind, um gegen Jair Bolsonaro zu demonstrieren, den Präsidenten. Der hält nichts vom Schutz ihrer Lebensräume und möchte ein Naturreservat dem Bergbau opfern. „Wir haben es satt, ermordet zu werden“, rufen die Indigenen, die bis heute in Brasilien um ihre Rechte kämpfen müssen. Unter dem Rechtspopulisten Bolsonaro vermutlich mehr denn je. FRANKREICH ZELTPLATZ DE LUXE Ein bisschen scheint es, als folge auf den Gelbwesten- Protest nun die Gelbhemden-Bewegung, die sich gegen überteuerte Mieten positioniert – an der Hauswand. Doch eine…
Eine Kirche hat ihre Würde. Stark und eigenwillig stemmt sich das Schiff des Sakralen gegen die Wogen des Profanen, die es umspülen. Ihre Mauern verweigern sich als Werbeflächen, Stille hebt den Eintretenden aus dem Lärm des Alltäglichen, dem Tumult des Kommerzes. Frankreichs erste Kirche, Notre-Dame de Paris, ist dieser Tage zweimal beschädigt worden. Erst hat ein Feuer die Kathedrale verwüstet. Dann wurde die Würde der Wehrlosen besudelt vom eitlen Gewese der Milliardäre, die sich mit horrenden Spenden für den Wiederaufbau unsterblich machen wollen, eingeschrieben in die Geschichte dieser besonderen Kirche. Die Welt mag daraus lernen. Ach ja, wenn die Bibel noch etwas gelten würde in den vorgeblich christlichen Gesellschaften, dann hätte man gleich gewusst, wie umzugehen ist mit der Bedrängung des Geldes. Jesus selbst wäre zu hören gewesen mit jenen…
Frau Michelsen, wie realistisch ist es, 7,6 Milliarden Menschen ohne Pflanzenschutzmittel satt zu bekommen? Wir haben ein Verteilungsproblem, kein Produktionsproblem. Rein rechnerisch produzieren wir heute im Schnitt 2800 Kalorien pro Person pro Tag. Nur 43 Prozent der weltweiten Ernten fließen unmittelbar in die menschliche Ernährung, 35 Prozent landen in den Trögen von Tieren, und der Rest wird für industrielle Zwecke wie Biotreibstoffe verwendet. Wenn wir politisch umsteuern würden, könnten wir viel mehr Menschen satt bekommen. Aber die Weltbevölkerung steigt, Ackerland wird knapp – ohne mehr Effizienz geht es nicht, oder? Produktivitätssteigerungen sind wichtig, aber bei den Kleinbauern, damit deren Einnahmen verbessert werden – sie erzeugen mehr als zwei Drittel aller Lebensmittel weltweit, nicht die Konzerne. Wir müssen stärker in die agrarökologische Forschung investieren, zum Beispiel in ohne Gentechnik hergestelltes, dürreresistentes…