Vier Stunden Theater, irgendwas mit Shakespeare – da könnte manchem Zuschauer etwas bange werden. Nach etwa zwei Stunden aber, die vorbeigegangen sind wie ein Fußballspiel, in dem im Minutentakt aufs Tor geschossen wird, wünscht man sich, dass dieses Drama nie zu Ende gehe. Der Grund steht auf der leicht abkippenden Rundbühne, eine Bestie, ein Sadist, ein Herrscher,aus Höllenfeuern auferstanden: König Richard III., der bucklige Herzog von Gloucester, der große Teile des Palastes meucheln lässt. Sein Gesicht lässt an den Joker denken, von Gotham City nach Zentralengland gezogen. Sein Lachen klingt so gewinnend wie das von Jack Nicholson in „Shining“. Ein kindlicher Tyrann, der auf einem Schaukelpferd in den Krieg zieht.
Das Spektakel trägt einen Namen: Lina Beckmann. Sie ist Richard, zuerst in Kindergestalt, später als König. Vier Stunden lang tost…