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Der „Zeit“-Kolumnist Tillmann Prüfer hat gerade einen ziemlich lustigen (und ziemlich wehmütigen) Text darüber geschrieben, dass es üblich geworden sei, jeder Bewerbung ein Motivationsschreiben hinzuzufügen, und sei es für einen Aushilfsjob – und damit so zu tun, als sei es schon immer ein Lebenstraum gewesen, etwa Dämmgummi-Granulat in große Schmelzöfen zu schippen. Prüfers Zeilen kommen mir in den Sinn, da ich mich nun zum ersten Mal an dieser Stelle als neuer Chefredakteur des stern an Sie wende. Denn mein Impuls ist zu schreiben, dass sich für mich mit dieser Aufgabe ein Lebenstraum erfülle. Darf man das, Prüfers Kolumne im Kopf, noch schreiben? Ich finde ja, denn es stimmt nun mal. Wir Medienschaffenden neigen immer dazu, uns viel zu wichtig zu nehmen. Trägt man einen Titel wie Chefredakteur, der in den…
Es ist wie immer: Wenn’s ums Geschäft geht, sind Menschenrechte, Demokratie und Umweltschutz nur noch leere Worthülsen. Rolf Berndt auf Facebook sternNr. 21/2022, „Das ehrgeizigste Land der Welt“ – Deutschland setzt bei der Gas-Versorgung auf Katar Würden wir anders handeln? Da meine Kinder seit neun Jahren in Katar arbeiten und ich mehrere Wochen im Jahr im Land bin, habe ich mich mit allen Aspekten des dortigen Lebens sehr vertraut gemacht. Ihr Artikel ist sehr informativ. Die Situation der Arbeiter in Katar sollte man differenziert betrachten: Die Produktivität vieler Ungelernter aus Nepal oder Bangladesch ist gering. Aber sie können mit dem Lohn dennoch ihre Familien zu Hause unterstützen. Die Krankenversorgung ist gut. Dass die Kataris Geschäftsleute sind und ihre Stellung als großer Gasanbieter nutzen wollen, kann man ihnen nicht übel nehmen.…
Ein Kräutergarten auf dem Meeresgrund Dieses Projekt war eine Herzenssache für den italienischen Fotoreporter Giacomo d’Orlando: hinabzutauchen zu den „Biosphären“, in denen ein Tüftler-Unternehmer im Golf von Genua unter Wasser klimafreundlich Landgewächse züchtet. „Ich hatte viele Hindernisse zu überwinden“, sagt d’Orlando, „allen voran fehlte mir das Tauchzertifikat.“ Also lernte er Gerätetauchen. „Und dann war ich unten, fünfzehnmal, und konnte im Gewächshaus von ‚Nemos Garten‘ die Atemmaske abnehmen.“ 2000 Liter eingeschlossene Luft und optimales Kleinklima lassen dort energie- und süßwasserneutral unter anderem Pesto-Basilikum gedeihen. (Seite 58) Die eigene Wahrheit der Russen „Frieden für die Ukraine, Freiheit für Russland“ steht auf dem Laden von Dmitrij Skurichin in Russko-Wysozkoje, einem Dorf bei Sankt Petersburg. Eine Überraschung für stern-Reporterin Bettina Sengling (r.) und die russische Fotografin Elena Chernyshova: In Russland sind kritische Worte über…
Wochenlang hatten die Soldaten das Stahlwerk Asowstal verteidigt, die letzte ukrainische Bastion im von Russland besetzten Mariupol. Kaum Wasser und Nahrung, ständiger Beschuss – verzweifelt kämpften sie eine Schlacht, die sie nicht gewinnen konnten. Vergangene Woche ergaben sie sich. In Bussen wurden sie abtransportiert. Insgesamt 2439 Kämpfer aus dem Stahlwerk seien nun in Gefangenschaft, teilte der Kreml mit. Man werde die Menschen nach internationalen Gesetzen behandeln. Die Gefangenen selbst hoffen auf einen Austausch; ein russischer Abgeordneter dagegen fordert für sie die Todesstrafe. …
Der Tag ist jung, und Teile des Waldes liegen noch in den Schattentönen der vergangenen Frühlingsnacht. Über Bernbeuren im Landkreis Weilheim-Schongau geht langsam die Sonne auf. Und beleuchtet nebelverhangene Wiesen und Felder. Welche Musik passt zu diesem allmählichen Erwachen? Richard Wagner? Richard Strauss? Irgendetwas, das anfangs ganz zart und dann immer erhabener klingt. Logisch, wir sind hier schließlich in Bayern. Bevor dessen Ministerpräsident (bitte ein paar Seiten vorblättern) angesichts von so viel Idyll abhebt: Auch in Brandenburg oder sonst wo beginnt der Tag mitunter so.…
Normalerweise ist eine Tour im Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen für Hunde keine schöne Erfahrung. Haustiere müssen in Boxen transportiert werden, wobei Behälter und Tier zusammen höchstens zehn Kilo wiegen dürfen. Am vergangenen Wochenende machte der Betreiber Japan Railways eine Ausnahme und reservierte einen ganzen Waggon für 21 Vierbeiner und ihre Besitzer. Die einstündige Sonderfahrt von Tokio in den Ferienort Karuizawa war ein Pilotprojekt zur haustierfreundlicheren Ausrichtung öffentlicher Verkehrsmittel. Dafür waren vier Luftreiniger installiert und alle Sitze in Plastik eingehüllt worden.…