Liebe Leserin, lieber Leser, früher, als amerikanische Wahlkämpfe noch um die Qualifikation der Kandidaten kreisten (eine Ewigkeit her, ich weiß), gab es eine beliebte Kategorie von Werbespots. Man beschwor darin eine Krise herauf, einen Terroranschlag oder gar ein Kriegsszenario, und stellte dann die Frage: Wer sollte um drei Uhr morgens im Weißen Haus sitzen und den entscheidenden Anruf entgegennehmen?
Selbstredend war das immer die Person, die den TV-Spot in Auftrag gegeben hatte (etwa eine gewisse Hillary Clinton, die so einen gewissen Barack Obama zum blutigen Anfänger stempeln wollte).
Olaf Scholz hat diese Taktik im vergangenen deutschen Wahlkampf aufgegriffen, als er Friedrich Merz als außenpolitischen Heißsporn zeichnete, der sich etwa von Wladimir Putin provozieren lasse. Das verfing nur mäßig, und Merz hat aus der vermeintlichen Schwäche eine Stärke gemacht: Er setzt…
