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stern Crime

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29/2020

"Unter dem Motto ""Wahre Verbrechen. Wahre Geschichten."" berichtet STERN CRIME von realen Kriminalfällen und deren Aufklärung, beleuchtet aber auch das Schicksal der Opfer und die Motive des Täters. Das Heft liefert alle zwei Monate einfühlsame Texte und zurückhaltende, aber zugleich eindringliche Bebilderung der Geschichten. Die seriöse Berichterstattung umfasst Interviews mit Ermittlern, beleuchtet Tathintergründe und verschafft fesselnde Einblicke in die polizeiliche Aufklärungsarbeit. Mit seinen Reportagen über wahre Verbrechen spricht STERN CRIME Leser an, die den Nervenkitzel lieben und sich für den psychologisch-sozialen Kontext realer Kriminalfälle interessieren."

País:
Germany
Língua:
German
Editora:
DPV Deutscher Pressevertrieb
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2 minutos
die faszination …

…des Bösen stellt uns Menschen vor Rätsel. Warum wollen wir wissen, was im Kopf eines Psychopathen abläuft? Wieso interessieren wir uns für Morde? Die Erklärungsansätze sind vielfältig. Eine (etwas schlichte) Deutung besagt, dass man sich selbst besser fühle, wenn man liest, wie viel übler das Leben anderen mitgespielt hat. Mehr in die Tiefe geht der Gedanke, dass wir alle das „Böse“ kennen, in uns und in anderen, und dass wir es ergründen wollen, um uns und unsere Welt besser zu begreifen. Andere vermuten, dass man sich seines moralischen Koordinatensystems versichere, indem man verfolgt, wie Verbrecher zur Strecke gebracht werden. Diese Ansätze haben gemeinsam, dass die Betrachtung aus der Distanz erfolgt. Wir wollen True-Crime-Geschichten lesen oder Serien sehen. Aber keiner möchte Teil der Story sein. Wir wollen Menschen nicht antun, was den…

6 minutos
die höchststrafe

„Lebenslang“ – härter kann ein Urteil in Deutschland nicht ausfallen. Um so eindeutiger müsste eigentlich die Gesetzesgrundlage sein. Ist sie aber nicht In Verden an der Aller stand 1976 ein junger Mann vor Gericht, der neben seinem Job einen veritablen Rauschgifthandel aufgezogen hatte. Die Sache war allerdings außer Kontrolle geraten. Als einer seiner Kunden versuchte, ihn zu erpressen, feuerte der Dealer drei Schüsse auf sein Opfer ab. Alle Schüsse trafen in den Kopf, der Mann war tot. Für die Richter war das glasklar: Mord. Dennoch schrieb der Fall deutsche Rechtsgeschichte, denn das Landgericht in der niedersächsischen Kreisstadt mochte nicht akzeptieren, dass auf einen Mord unweigerlich lebenslänglich steht – eine Strafe, die seinerzeit bedeutete, dass der Verurteilte bis zum Ende seines Lebens hinter Gitter kam, falls er nicht irgendwann begnadigt wurde. Konnte es…

29 minutos
djatlow

An einem Abend im Januar 1959 packen neun junge Menschen für eine lange Wanderung. Hastig werfen sie Konserven in die Rucksäcke. Prüfen, ob alles dabei ist. Sieben Kilo Brot und Kekse. Hafer, Kondensmilch, geräuchertes Schweinefleisch. Die Zeit drängt. Sie müssen los. Aber noch ist Raum 531 am Polytechnischen Institut des Urals, Swerdlowsk, ein Chaos. Stimmen schwirren durch das Zimmer. Wir haben Salz vergessen! Können wir im Zug Mandoline spielen? Wo ist Igor? Über dem sowjetischen Swerdlowsk, heute Jekaterinburg, hängt der Rauch von Fabriken, und es ist Nacht, als die Gruppe endlich zum Bahnhof aufbricht. Sieben junge Männer, zwei junge Frauen, auf der Suche nach Freiheit, Abenteuern. „Ich frage mich, was uns auf dieser Reise erwartet.“ Gemeinsames Tagebuch der Djatlow-Gruppe, 23. Januar 1959 Einige Wochen später, 26. Februar, stapfen drei Männer durch den tiefen Schnee am Osthang des Berges…

24 minutos
ronny

AM VORMITTAG DES 21. JULI 1998 FÜHRT DER MÖRDER DIE POLIZISTEN ZU DEN RESTEN DES KINDES IM MOOR. ER HAT ZWEI TAGE IN IHREM BEISEIN NACH DER RICHTIGEN STELLE GESUCHT. Die Beamten kriechen hinter ihm durch die Farne, durch das Gestrüpp. Sie stürzen über die Senken, verborgen unter Lagen von altem Laub. Jeder Fleck im Wald erscheint ihnen wie die zuvor gesehenen. „Ja!“, ruft der Mörder hie und da. Dann: „Doch nicht.“ Sie finden zu einem Stichweg, davor eine Schranke, ein Gatter. Am Weg steht eine Bank. „Das sieht aus wie damals“, sagt der Mörder. Vor einer Mulde beginnt er zu zittern. Ulrike E. hat zwei Jahre darin gelegen. Nachlässig mit Laub und Zweigen bedeckt. Der Gerichtsmediziner kann sie nur noch an ihrer Zahnspange identifizieren. Ulrike lag 30 Kilometer vom Haus ihrer Eltern…

6 minutos
eine schmale feile

Grand Hotel Beau Rivage, Genf, 13.35 Uhr. Zwei Frauen durchschreiten das Tor zur Promenade am Ufer des Sees. Die eine, sie ist eine Gräfin, heißt Irma Sztáray. Die andere, schwarz gekleidet, gibt sich nur als Gräfin aus. Niemand soll wissen, wer sie ist. Sie weiß nicht, dass jemand sie beobachtet. Die Sonne scheint an diesem 10. September 1898. Pferdekutschen rattern vorbei, während die Damen über den belebten Quai du Mont-Blanc zum Hafen gehen, wo sie einen Passagierdampfer nehmen wollen. Ihre Begleiterin, so wird sich Sztáray später erinnern, ist „heiter wie ein sorgloses Kind“. Sie deutet auf Bäume, die das Ufer säumen. „Sehen Sie, Irma, die Kastanien blühen.“ Weiter vorn tönt das Signal des Dampfschiffs. Sztáray lauscht dem Läuten, als sie auf einmal einen Mann sieht, der gehetzt von Baum zu Baum rennt, auf…

22 minutos
das date

EIN FRÜHLINGSABEND IM JAHR 2016. Nach ihrer Schicht in der Notaufnahme kommt Marjorie Moon nach Hause, zieht ihre OP-Schwestern-Uniform aus und wäscht sich die langen, blonden Haare. Sie zieht ein Kleid an und schlüpft in hohe Schuhe. Und verwandelt sich von einer erschöpften Krankenschwester in ein heißes Date. Marjorie, 47, ist bildhübsch, geschieden und lebt in Los Angeles. Auf den Onlinedating-Seiten im Netz ist sie ein Renner, die Männer bestürmen sie mit Einladungen. Doch Marjorie ist wählerisch. Eine Verabredung bedeutet für sie, einen Babysitter zu organisieren. Marjorie Moon hat fünf Kinder. Neben Familie und Fulltime-Job bleibt ihr wenig Zeit für Romantik. Doch dann landete sie auf der Datingseite Plenty of Fish einen Treffer. Sein Name ist Paul. Paul ist ein Charmeur und ein Gourmet – er hat Marjorie Moon für das erste…