Was Lars Eidinger, 45, noch nie gespielt hat: den netten, ausgeglichenen Typen von nebenan. Immer sind es Getriebene, die er darstellt, und nie haben sie einfach nur eine Seite. Eidingers Kunst besteht darin, seine Figuren immer so vielschichtig anzulegen, dass er einen damit daran erinnert, dass wir alle Helles und Dunkles in uns haben – was schnelle Urteile schwierig macht. Dass er der wahrscheinlich beste deutsche Schauspieler seiner Generation ist, schadet dabei nicht.
Theater, Film, seltener: Fernsehen – auch Lars Eidinger selbst scheint ein Getriebener zu sein. Er arbeitet unermüdlich, wird mit euphorischer Kritik und Preisen überschüttet, aber wenn er eins nicht kann, ist es, sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen. Oder sich überhaupt ausruhen. „Ich wollte immer der Erste, immer der Beste sein… Ich war trotzdem auch immer der Clown,…
