Huschke Mau ist wütend. Am Abend vorher hat sie die NDR-Talkshow „deep und deutlich“ vorzeitig verlassen. Man kann die Szene im Netz anschauen. Bevor sie ihr Mikro abnimmt, sagt sie „Hier neben so privilegierten Leuten zu sitzen und mir so eine Scheiße anzuhören …“ und marschiert aus dem Studio. Die „Scheiße“, das waren die vielen teils naiven, teils offensiven Aussagen, die ihr, der Betroffenen, Prostitution erklären wollten. Die „Privilegierten“ das Moderatorenduo und die Gäste, darunter Blogger Sascha Lobo, der, als es um ihr Thema ging, fast mehr Redeanteil hatte als sie selbst.
Am Morgen danach kommt sie genauso energisch in die Lobby eines Hamburger Hotels. Die Haare sehr blond, der Rock sehr kurz, das Gesicht stark geschminkt – „wasserfest zubetoniert“, wie sie später, als trotz Tränen nichts verwischt, sagen wird.…
