In einer der wuseligsten Gegenden Münchens, im Uni-Viertel zwischen Cafés und Buchhandlungen, hat, so kann man es durchaus sagen, das soziale Gewissen Deutschlands seine Heimat: der VdK, größter Sozialverband des Landes. Das Gesicht zu diesem Gewissen ist Verena Bentele, 40: Seit 2018 steht sie dem VdK vor, als jüngste Präsidentin, die er je hatte.
Betritt man ihr Münchner Büro, der Hauptsitz ist in Berlin, fällt als Erstes der Schreibtisch auf. „Ja“, sagt sie und lacht, „er sieht so aus, als würde ich dort nicht arbeiten.“ Bis auf ihr Laptop, ein Ringlicht und eine in die Luft gereckte Girl-Power-Faust – das Geschenk einer Mitarbeiterin – ist er völlig leer. Bentele, schwarzer Hosenanzug, pinkes Shirt, arbeitet fast ausschließlich digital. Nur für ihre Reden nutzt sie Papier, ihre Notizen druckt ein Spezial-Drucker aus,…
