Es gibt reichlich zu tun. Da ist keine Zeit für Eitelkeiten. Marina Silvas Arbeitskleidung ist, bis auf die Halsketten im Ethno-Stil, funktional, die Haare ein straff zurückgebundener Zopf. Kein Look, der gefällig wirkt, aber einer, der Entschlossenheit ausdrückt. Dafür steht Marina Silva, 64, seit einem halben Jahr Brasiliens Umweltministerin, ernannt von Präsident Luiz Inácio Lula da Silva; und damit tritt sie nun an, um die schlimmsten Verheerungen des im vergangenen Herbst abgewählten Rechtsaußen-Präsidenten Jair Bolsonaro anzupacken.
Deren Liste ist lang: Sowohl die Zerstörung des Amazonas-Regenwaldes als auch die Treibhausgas-Emissionen haben laut Greenpeace drastisch zugenommen, und es gibt immer mehr Konflikte um Land, das indigene Menschen bewohnen und bewirtschaften. Pestizide, auch solche, die in der EU verboten sind, wurden zu Hunderten neu zugelassen und in Rekordmengen verwendet, zudem das Umweltministerium wie…
