Aktiv gegen rechts Einmal stand ich auf einem Marktplatz in Niedersachsen und fror. Es war Januar, ein paar Tage nach den Correctiv-Enthüllungen zum Potsdamer Geheimtreffen. Hunderte waren gekommen, was viel ist für die Kleinstadt, aus der ich komme. Es war unheimlich kalt, die Leute reckten mit Handschuhhänden „Keinen Millimeter nach rechts“-Schilder hoch, ich stand dabei, gerührt von der Aufbruchstimmung und davon, Teil davon zu sein, und sehnte mich zugleich nach heißem Kaffee.
Ich bin eher eine Schönwetter-Demokratieverteidigerin, haltungsmäßig klar, aber straßenkämpferisch unteraktiviert. Wie so vielen ist auch mir erst, als die sogenannten „Remigrations“-Pläne bekannt wurden, klar geworden, wo wir wirklich stehen in diesem Land. Bis dahin hatte ich gedacht, dass Freiheit und Menschenwürde etwas sind, auf das sich die Gesellschaft grundsätzlich verständigt hat, allen Querdenkenden und Neo-Faschos zum Trotz. Das…
