Auf einer Dhau vor Sansibar-Stadt bauscht der Wind die Segel – und das Tuch einer Bootspassagierin. So lässt sich der besondere Stoff in voller Schönheit bestaunen: Für Frauen in Ost- und Zentralafrika ist der „Kanga“ ein universelles Kleidungsstück, als Wickelkleid, Baby-Tragetuch oder, wie hier, auf dem Kopf. Die Tücher sind aus leichter Baumwolle, etwa ein Meter breit und anderthalb Meter lang, bunt bedruckt, voller Muster und Symbole oder auch versehen mit kalligrafierten Sinnsprüchen oder guten Wünschen für Gesundheit, Wohlergehen, eine reiche Ernte. Den Kanga haben Frauen auf Sansibar im 19. Jahrhundert erfunden, die ihn aus importierten Taschentüchern zusammennähten. Von der Insel vor Tansania trat er seinen Siegeszug bis ins Innere Afrikas an.…
