ES HERRSCHT DUNKELHEIT, als das kleine Mädchen nach seiner Mutter ruft, seine winzige Gestalt leuchtet im Mondschein.
Die beiden haben ihr Zuhause in Venezuela eine Woche zuvor verlassen, um in die Vereinigten Staaten zu gelangen. Dafür müssen sie einen Dschungel durchqueren, eine brutale, furchteinflößende Landschaft: den Darién.
Doch nun, im Chaos des Flüchtlingszuges, hat das Kind sein einziges verbliebenes Elternteil verloren.
Um ihre Angst in den Griff zu bekommen, beginnt Sarah Cuauro, gerade sechs Jahre alt, zu singen.
„Die Herrlichkeit Gottes, groß und heilig“, krächzt sie unter Tränen. „Er hält mich in seinen Armen.“
Fast drei Jahre nachdem eine Pandemie die Welt heimgesucht hat, führt eine verheerende Kombination aus den Folgen der Seuche, Klimawandel, kriegerischen Konflikten und wachsender Inflation zu einer Verschiebung der globalen Migration, die Millionen von Menschen aus…