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Vier von fünf US-Amerikanern sagen, ihr Land sei geteilter als je zuvor. Auch jene, die noch die Rassenunruhen der 60er Jahre miterlebt haben. Mit diesen Sätzen begann das Schweizer Fotografenpaar Monika Fischer und Mathias Braschler ein Treffen in der stern-Redaktion, um das sie uns zuvor gebeten hatten. Wir kennen die beiden gut. Sie haben schon viele preisgekrönte Fotoprojekte im stern veröffentlicht, zuletzt im Mai 2019, als wir den Porträts von Menschen, die einen Terroranschlag überlebt haben, eine Titelgeschichte widmeten. Die Kunst der beiden Fotografen besteht darin, den Menschen extrem nahe zu kommen. Ohne die Würde des oder der Porträtierten zu verletzen, dokumentieren sie in ihren Bildern das Innerste. Sie zeigen Menschen und deren Gefühle, ohne kitschig zu sein. Dazu gelingt es ihnen erstaunlich schnell, das Vertrauen der eben noch Fremden…
Wir sind überwältigt von Ihrer Begeisterung über den E-Auto-Test: Fast 300 Leserinnen und Leser haben sich mit umfangreichen Texten, Bildern und Videos um die Teilnahme beworben. Die Auswahl der Testfahrerinnen und -fahrer, die ab diesem Samstag mit einem von zehn Elektroautos für zwei Wochen durch Deutschland kurven werden, fiel uns entsprechend schwer. Jetzt sind wir gespannt auf die Erlebnisse und Erfahrungen, die sie mitbringen – und über die wir im Oktober in einer großen Geschichte berichten werden.…
stern Nr. 33/2020: „Sonnenseite“: Bericht über den griechischen Ferienort Plakias im Corona-Sommer REDE UND ANTWORT Sehr geehrte stern-Redaktion, ich möchte Sie darauf hinweisen, dass man in Griechenland Ouzo trinkt und nicht Raki. Den gibt es in der Türkei. Christine Halbauer, per E-Mail Sehr geehrte Frau Halbauer, bitte sagen Sie das nicht allzu laut, wenn Griechen mithören. Kreter vor allem. Die haben ihren Rakí mit dem Betonung auf dem i, die Türken trinken Raki (mit einer Art verschlucktem i). Beides leitet sich vom arabischen Arak-Schnaps ab – den finden Sie zum Beispiel im Libanon. Aber zurück nach Kreta: Der kretische Rakí ist dem Tsipouro ähnlich, dem Maische-Schnaps, den es überall sonst in Griechenland gibt. Anders als der türkische Rak› enthält er keinen Anis, schmeckt eher wie Grappa. Von der Insel Lesbos…
Die USA in 82 Porträts und 24 000 Kilometern Am Ende konnten Mathias Braschler und Monika Fischer ihr kleines Studio innerhalb von 15 Minuten aufbauen. Das Paar hatte sich mit Sohn Elias in einem Camper- Van im vergangenen Sommer auf eine 102-tägige Reise durch 40 US-Staaten aufgemacht. 160 Menschen porträtierten sie, jedes Mal bauten sie einen reinweißen Hintergrund auf: „Diese Reduktion auf die Menschen war uns wichtig. Es geht um die Individuen, um ihre Meinungen.“ Sohn Elias half oft, das Eis zu brechen, Probleme gab es nie: „Die meisten Leute waren uns sehr sympathisch, auch wenn wir ihre politischen Ansichten nicht teilten.“ In den Rodeostall in Cody, Wyoming, flüchteten sie vor einem Gewitter, am Ende floß der Regen unter den Toren hindurch, und sie mussten ihr ganzes Equipment in Sicherheit…
BELARUS BIS AUFS BLUT In dicken Fäden tropft Diktator Alexander Lukaschenko rote Farbe vom Kinn, wie einem Raubtier, das eine Beute gerissen hat. Tatsächlich ist der ehemalige Kolchosdirektor für viele Gewaltverbrechen verantwortlich: Vor Jahren schon verschwanden und starben politische Gegner. Seit Wochen lässt er friedliche Demonstranten niederknüppeln. Wegen der dreist gefälschten Wahlen vom 9. August fordern Zehntausende seinen Rücktritt, so wie die Frau hinter dem Plakat am vergangenen Wochenende in Minsk. Doch der Diktator gibt sich ungerührt. „Ich habe alles überstanden“, erklärte er. „Ich überstehe auch das.“ NIGERIA ÜBERFLIEGER Ein Junge hebt ab: Anthony Mmesoma Madu tanzt auf den Straßen von Lagos – beobachtet von weiteren Tänzerinnen. Der Elfjährige wird im kommenden Jahr in den USA ein Stipendium am renommierten American Ballet Theatre bekommen – Instagram sei Dank. Denn über…
Das Strandleben bringt so manche Wahrheit hervor: Knapp bekleidet und in enger Nachbarschaft wird sichtbar, was wir lieber verborgen oder – andersherum – gar nicht so gern gesehen hätten. Und ich meine nicht nur Corona-Kilos. Zum Beispiel am Ostseestrand, vor Kurzem: Im Strandkorb nebenan eine dreiköpfige Familie. Der Sohn, etwa zehn, spielte sehr versonnen im Sand. Die Mutter, „Mama“, saß den ganzen Tag unbeteiligt und sichtlich erschöpft in einer dieser grellgrünen Windschutzmuscheln. Ob der dazugehörige Mann der Vater war, weiß ich nicht, das Kind sprach ihn mit Vornamen an. Immer wieder zeigte der Sohn seiner Mutter, was er im Sand gebaut hatte. Die schaute nur kurz hoch, nuschelte „ja, schön“ und schloss wieder die Augen. Diese Familie war fast eine Woche lang unsere Nachbarschaft, das Bild war jeden Tag das…