Die Reaktionen waren brutal. Der „Titanic“-Chefredakteur forderte dazu auf, der Autorin „täglich brühend heißen Kaffee ins Gesicht (zu) schütten“. Heribert Prantl, Mitglied der Chefredaktion der „Süddeutschen Zeitung“, warf ihr vor, die Menschenwürde zu missachten. Was war geschehen?
Die Journalistin Mariam Lau hatte bei einem „Pro und Contra“ in der „Zeit“ zur privaten Seenotrettung im Mittelmeer die Contra-Position übernommen. Ein wichtiges Thema, eine unbequeme Meinung – aber statt sich mit ihren Argumenten auseinanderzusetzen, beschimpfen viele sie aufs Übelste.
Ein zweiter Fall: Mesut Özil und sein umstrittenes Foto mit Erdogan. Özil sagt erst mal nichts, DFB-Chef Reinhard Grindel und Nationalelf-Manager Oliver Bierhoff zunächst dies, dann das. Und zum Schluss veröffentlicht Özil, der seit dem Merkel-Foto vor acht Jahren eigentlich weiß, dass es keine unpolitischen Bilder mit Politikern gibt, ein Statement, in dem…