Sie muss, er will. Angela Merkel kommt nicht umhin, ein Verhältnis zum neuen amerikanischen Präsidenten zu entwickeln – so wie sie schon eines mit dem russischen zu etablieren hatte. Das ist sie ihrem Amt schuldig, auch ihrer neuen Rolle als Führungsfigur dessen, was von der freien Welt übrig geblieben ist – zwischen Trump, Putin und Erdoğan. Horst Seehofer indes zieht es magisch zu den Autokraten in Washington und Moskau. Von Pflicht kann keine Rede sein, allein von Kür. Es ist eine Herzensverbindung. Dass sie nun Trump auf den Reiseplan setzte und er Putin, ist eine Fügung der Diplomatie, die den Dissens zwischen beiden, politisch wie charakterlich, besonders anschaulich hervortreten lässt. Merkel hatte es mit einigen schwer erziehbaren Männern zu tun – dem zappeligen Sarkozy etwa, dem unverschämten Berlusconi, dem eisigen…