Keiner hat ihn bemerkt dort oben in der Eibe. Nur etwa 50 Zentimeter über den Köpfen der Spaziergänger, zwischen zwei Astgabeln, hinter einem Blumenbeet am Rande eines kleinen Gartens. Windberg, eine der guten Wohngegenden Mönchengladbachs. Die Dächer spitz, die Hecken gestutzt, akkurat auf Kante. Das Kinderheim liegt nur etwa 150 Meter entfernt, inmitten von Grün, schwarzer Schiefer. Der Eingang ist in frischem Pink gestrichen, in bunten Buchstaben steht dort „Jugendhaus Am Steinberg“. Drei Monate musste Mark schon in dem Baum gesessen haben, seit den kalten Wintertagen. „Eine große Puppe“, dachte zunächst ein Mann, der an diesem schönen Samstag, dem 29. April 2017, dann doch einmal nach oben in den blauen Himmel sah. Als die Feuerwehr Mark aus den Ästen schnitt, vier Monate vor seinem 18. Geburtstag, waren Teile seines erfrorenen…