Je länger ich male, desto weniger Worte habe ich“, sagt die Künstlerin leise, fast schüchtern. Das Reden über ihre Kunst fällt ihr schwer. Sie will sie nicht erklären, will nicht sagen, was ihre Werke bedeuten sollen. Sie weiß selbst nicht, aus welchen Tiefen ihrer Seele diese sonderbaren, deformierten Wesen kommen, die ihre Bilder bevölkern und sich in ihren Skulpturen manifestieren.
Schöne Werke beim ersten, flüchtigen Blick — viel helles Blau, Pastelltöne, weiche Formen. Doch schnell offenbaren sich Abgründe: Körper zerfließen, wachsen ineinander, winden sich, gebären groteske Organe. Es erscheinen gesichtslose Kreaturen mit aufgerissenen Mündern. Ausstülpungen, Umstülpungen, Auswüchse, Körper im Körper, Abnormitäten. Bilder von verstörender Schönheit, voller Gewalt und Sexualität.
Die Künstlerin Oda Jaune malt und formt sie in einem 43 Quadratmeter großen Atelier im Pariser Stadtteil St-Germain. Hier lebt und…
